18.12.2025

Ein Stern aus Jakob

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Unter dem Advents- und Weihnachtsschmuck ragt ein Kunstwerk heraus: Der Herrnhuter Stern. Seine Besonderheit ist seine geometrische Form: Der dreidimensionale Papierstern entstand aus einer Übung im Mathematikunterricht im 19. Jahrhundert und verbreitete sich weltweit. Er hat auch Vorboten, nämlich den Stern aus Jakob und den Stern von Bethlehem. Zur Entschlüsselung des Sternensymbols hilft also ein Blick in die Heilige Schrift.

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Verheißung in weiter Ferne

Der Seher Bileam, ein Nichtisraelit, spricht eine Prophezeiung aus: „Ich sehe ihn, aber nicht jetzt; ich schaue ihn, aber nicht von Nahem. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen“ (4Mo 24,17). Dieser kurze Satz gehört zu den wenigen alttestamentlichen Texten, die schon früh messianisch, also auf die Erwartung eines Messias für Israel, gedeutet wurden. Er bildet eine Brücke zwischen der Erwartung Israels und der Erfüllung in Christus im Neuen Testament. Auffällig ist die Spannung des Textes: „Ich sehe ihn, aber nicht jetzt; ich schaue ihn, aber nicht von nahe“ - Die Erfüllung ist sichtbar, aber in der Ferne. Im Advent machen wir genau diese Erfahrung: Gottes Licht ist oft schon sichtbar – aber noch fern. Wir müssen warten, bis es kommt.

Der Stern wird sichtbar – in Bethlehem

Jahrhunderte später sehen Menschen aus der Ferne ein solches göttliches Licht: die Weisen aus dem Morgenland. Sie sind keine Juden, vermutlich Sternkundige aus Persien, sie kennen die Schriften Israels kaum – und doch werden sie von Gott selbst durch den Stern geführt. Der Evangelist Matthäus beschreibt einen Moment, der unmittelbar an Bileams Prophezeiung erinnert: „Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut“ (Mt 2,10). Der Stern, der einst von Bileam verheißen wurde, steht tatsächlich am Himmel – und führt Menschen zu Christus. Gottes Licht gilt nicht nur Israel, es gilt allen Menschen aus allen Völkern, die Gott suchen und nach Gott fragen.

Der Herrnhuter Stern

Der Herrnhuter Stern ist mehr als ein adventliches Dekorationsobjekt. Er will sichtbar machen, was Advent im Kern bedeutet: Licht, das in der Finsternis aufstrahlt, und Hoffnung, die sich auf Gottes Verheißung stützt. Wie Bileams Stern deutet er auf etwas Kommendes: auf Gottes Zukunft, die sich ankündigt, noch bevor sie sichtbar wird. Die Herrnhuter verstanden den Stern ausdrücklich als Zeichen für den „Stern aus Jakob“, der in Christus aufgegangen ist. Der Stern verweist auf das Licht für die Welt – ähnlich wie der Stern im Matthäusevangelium die Völker zu Jesus führt. Dieses Licht ist nicht für sich selbst da, sondern für die Welt, die es sehen soll.

Der Gottesdienst zum 4. Advent am Sonntag, 21. Dezember 2025, handelt ebenfalls von einem Stern, dem hellen Morgenstern Jesus Christus. Als Grundlage für die Predigt dient das Wort von jenem Morgenstern aus Offenbarung 22,16b.

Bisher in unserer Reihe erschienen:
1. Advent: Warten auf den Friedefürsten Jesus Christus
2. Advent: Gottes Licht kommt – mitten in unsere Welt
3. Advent: Johannes der Täufer - Wegbereiter Jesu Christi

Fotos: Adobe Stock/Maren Winter und Roland Brack

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