Gott greift in der Not ein
Der Evangelist Lukas entfaltet mit der Geburt des Johannes des Täufers den Beginn der Heilsgeschichte, die auf Jesus Christus hinläuft. Er beginnt seine Darstellung mit Zacharias und Elisabeth, einem priesterlichen Ehepaar, „beide gerecht und fromm vor Gott“, aber kinderlos (Lk 1, 6–7). Kinderlosigkeit gilt im biblischen Denken als Zeichen der Not. Da aber greift Gott ein.
Während Zacharias im Tempel Dienst verrichtet, erscheint der Engel Gabriel und kündigt die Geburt eines Sohnes an. Dieser Sohn soll Johannes heißen – ein Name, der „Gott ist gnädig“ bedeutet. Johannes wird groß sein vor dem Herrn, erfüllt vom Heiligen Geist von Mutterleib an (Lk 1, 15). Er wird viele zur Umkehr führen und „im Geist und in der Kraft des Elia“ auftreten (Lk 1, 17). Dies wurde bereits im Buch Maleachi, dem letzten Prophetenbuch im Alten Testament, angekündigt: Gott will den Propheten Elia in der Endzeit senden, um das Volk zu bereiten (Maleachi 3, 23–24).
Zweifel bis zur Erfüllung der Verheißung
Zacharias zweifelt an der Zusage des Engels wegen seines Alters. Als Zeichen wird er stumm – bis zur Erfüllung der Verheißung. Elisabeth bringt einen Sohn zur Welt – genau wie der Engel Gabriel es verheißen hat (Lk 1, 57). Die Nachbarn erkennen: Gott hat ihr Barmherzigkeit erwiesen (1, 58). Die Verwandten wollen dem Kind, wie damals üblich, den Namen seines Vaters geben. Elisabeth widerspricht: „Nein, sondern er soll Johannes heißen“ (1, 60). Als der verstummte Zacharias dies schriftlich bestätigt, wird sein Mund aufgetan, und er kann wieder reden (1, 64).
Zacharias sieht das Licht aus der Höhe
Zacharias, vom Heiligen Geist erfüllt, deutet die Geburt seines Sohnes prophetisch: Er sieht die gesamte Heilsgeschichte vor Augen: Gottes Treue zu Israel, die Erfüllung der Verheißungen an Abraham und David. Johannes wird „Prophet des Höchsten“ genannt (1, 76). Sein Auftrag: dem kommenden Herrn den Weg zu bereiten, Erkenntnis des Heils zu schenken und das Volk zum Vergebung empfangenden Umkehrweg zu führen. Zacharias sieht das Licht aus der Höhe (Lk 1, 78) und weist damit auf Jesus Christus, dem Licht der Welt hin.
Johannes ist also nicht das Licht, sondern derjenige, der auf das Licht hinweist (Joh 1, 8) – und der Evangelist Lukas betont diesen Gedanken bereits im Geburtsbericht.
Der Gottesdienst zum 3. Advent am Sonntag, 14. Dezember 2025, hat das Wort Jesu über den Täufer aus Johannes 3, 30 als Grundlage für die Predigt.
Bisher in unserer Reihe erschienen:
1. Advent: Warten auf den Friedefürsten Jesus Christus
2. Advent: Gottes Licht kommt – mitten in unsere Welt
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