11.08.2026

Offen für Menschen, ausgerichtet auf Christus

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Mit einem festlichen Gottesdienst hat die Neuapostolische Kirchengemeinde Göppingen ihr 125-jähriges Bestehen gefeiert. Im Mittelpunkt standen Dankbarkeit für die Vergangenheit, die Verantwortung für die Zukunft und die gemeinsame Ausrichtung auf Jesus Christus. 
 

  • Bezirksapostel Martin Rheinberger hielt den Jubiläumsgottesdienst
    < Bezirksapostel Martin Rheinberger hielt den Jubiläumsgottesdienst >
  • Festlicher Blumenschmuck anlässlich des 125-jährigen Jubiläums
    < Festlicher Blumenschmuck anlässlich des 125-jährigen Jubiläums >
  • Ein gemischter Chor umrahmte den Gottesdienst
    < Ein gemischter Chor umrahmte den Gottesdienst >
  • Apostel Volker Keck wurde zu einem Predigtbeitrag gerufen
    < Apostel Volker Keck wurde zu einem Predigtbeitrag gerufen >
  • Anschließend blieb Zeit für ein geselliges Beisammensein
    < Anschließend blieb Zeit für ein geselliges Beisammensein >

Bezirksapostel Martin Rheinberger hielt den Jubiläumsgottesdienst und stellte ein Bibelwort aus Johannes 12,20-21 in den Mittelpunkt:

„Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren, um anzubeten auf dem Fest. Die traten zu Philippus, der aus Betsaida in Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollen Jesus sehen.“ 

Eine offene Gemeinde seit 125 Jahren

In seiner Predigt lenkte der Bezirksapostel den Blick auf die Griechen, die im Johannesevangelium plötzlich erscheinen und den Wunsch äußern, Jesus zu sehen. Für ihn ein schöner Hinweis auf eine Kirche, die alle umschließe.

Mit Blick auf das Jubiläum betonte der Bezirksapostel, dass die Kirchengemeinde Göppingen in den vergangenen 125 Jahren auch nur deshalb wachsen und bestehen konnte, weil sie keine „geschlossene Gesellschaft“ gewesen sei, sondern offen für Menschen, die gekommen seien, die anders gewesen seien und anders getickt hätten. Sie hätten Heimat gefunden und das Gemeindeleben mitgestaltet. Diese Offenheit bleibe auch für die Zukunft eine wichtige Aufgabe: „Kirche als etwas zu leben, wo Menschen sich willkommen fühlen“. 

Anbetung und Dank

Ein weiterer wichtiger Gedanke der Predigt war das Thema Anbetung. Bezirksapostel Rheinberger erinnerte daran, dass die Griechen nach Jerusalem gekommen waren, „um anzubeten auf dem Fest“. Auch heute gehe es im Gottesdienst nicht in erster Linie darum, Anregungen für den Alltag mitzunehmen oder Aufgabenlisten zu erhalten. Im Mittelpunkt stehe die Anbetung und der Lobpreis Gottes.

Mit großer Dankbarkeit blicke die Gemeinde an diesem Jubiläumstag auf viele Menschen zurück, die sich in den vergangenen 125 Jahren eingebracht und Verantwortung übernommen hätten. Und das völlig zu Recht. Aber Lobpreis und Anbetung gebührten allein Gott. Ohne sein Wirken, so der zentrale Gedanke, gäbe es die Gemeinde nicht.

Gemeinschaft als Wesensmerkmal der Kirche

Besondere Aufmerksamkeit schenkte der Bezirksapostel anschließend dem Gedanken der Gemeinschaft. Die Griechen wandten sich zunächst an die Jünger, bevor diese gemeinsam zu Jesus gingen. Für den Bezirksapostel ein Beleg für die Notwendigkeit der Gemeinschaft. „Es ist meine und deine Aufgabe, immer wieder Gemeinschaft miteinander zu schaffen und in der Gemeinde präsent zu sein,“ betonte er.

Christus sehen

Auf die Bitte der Griechen „Herr, wir wollen Jesus sehen“ habe Jesus eine überraschende Antwort gegeben: „Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde.“ Bezirksapostel Martin Rheinberger erklärte, dass Christus dort sichtbar werde, wo seine Verherrlichung erkennbar werde.

Christus zeige sich im Kind von Bethlehem, das schutzlos und auf Hilfe angewiesen in die Welt gekommen sei. Darin liege auch für Christen die Erkenntnis, dass sie auf Gott angewiesen seien. „Ich kann nichts ohne den lieben Gott, wie das kleine Kind,“ so der Bezirksapostel.

Christus zeige sich ebenso im Gekreuzigten. Gerade wenn man Gottes Nähe oder Liebe nicht mehr spüre, erinnere das Kreuz daran, wie weit Gottes Liebe gehe.
 
Christus zeige sich zudem im Auferstandenen. „Wenn Christus auferstanden ist als der Erste, dann liegt in dieser Gewissheit auch für uns die Gewissheit, dass wir auferstehen werden,“ schloss der Bezirksapostel.

„Und der Christus ist der, der wiederkommt,“ ergänzte er und regte gleichzeitig zum Nachdenken an: „Wie oft ist das Teil meiner Gebete oder Gespräche?“

Weitere Höhepunkte zum Ausklang des Gottesdienstes

Apostel Volker Keck aus dem Apostelbereich Ulm wurde zu einem weiteren Predigtbeitrag gerufen. Zudem wurden eine Ruhesetzung und eine Ordination vollzogen. Mit diesen beiden Handlungen wurde sichtbar, wie sich die Gemeinde weiterentwickelt und Verantwortung von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.

Rückblick und Ausblick

Ein besonderer Moment war auch das Verlesen von Auszügen aus der Gemeindechronik. Die Geschichte der Neuapostolischen Gemeinde Göppingen begann im Jahr 1901. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich über viele Jahrzehnte eine lebendige Gemeinde, die bis heute ein wichtiger Ort der Gemeinschaft, des Glaubens und des Miteinanders ist.

Beim anschließenden Beisammensein nutzten die Festgäste die Gelegenheit zu Gesprächen und Begegnungen. In herzlicher Atmosphäre wurden Erinnerungen ausgetauscht, Erfahrungen geteilt und neue Kontakte geknüpft.

So wurde das Jubiläum nicht nur zu einem dankbaren Rückblick auf 125 Jahre Gemeindegeschichte, sondern auch zu einem ermutigenden Ausblick in die Zukunft. Die Gemeinde Göppingen möchte weiterhin ein offener Ort sein, an dem Menschen Gemeinschaft erfahren, Hoffnung finden und Glauben leben können.

Fotos: René Neuberg

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