Anfang Februar feierte Apostel Martin Schnaufer den ersten Gottesdienst im renovierten Kirchengebäude und weihte das Gebäude zur Heiligen Stätte. Zum nun statt gefundenen Festakt, begrüßten der Kinder- und Gemeindechor alle Anwesenden mit einem Lied. Im Anschluss gaben der Gemeindevorsteher sowie ein weiterer Seelsorger der Gemeinde einen kurzen Einblick in die Chronik und das Gemeindeleben.
Vertreter von Stadt, Kirche und Baubeteiligten besuchen den Festakt
Zur Feier des Festaktes erhielt die Kirchengemeinde Besuch von Vertretern der Stadt sowie anderen Religionsgemeinschaften. Als Vertreter des Bauherrn hielt Bischof Urs Heiniger eine Ansprache und dankte allen Beteiligten von Herzen für ihr Engagement.
Auch Architektin Sabine Schneider vom federführenden Architekturbüro Schneider Architekten Partnerschaft aus St. Georgen richtete ein paar Worte an die Gemeinde. Sie betonte die Wichtigkeit, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich die Gemeinde wohl fühle. Durch die Verwendung von warmen Materialien wie Holz sei eine Umgebung geschaffen worden, in der sich nun die Wärme der Gemeindemitglieder optimal entfalten könne.
Als Vertreter der Stadt wünschte Bürgermeister Matthias Winter der Gemeinde, dass sie genau diese Wärme erfahre. Auch Pfarrer Martin Schwer, als Vertreter der katholischen Kirche sowie Pfarrerin Christina Jeremias-Hofius von der evangelischen Kirche gratulierten der Kirchengemeinde zum Wiederbezug ihres Gotteshauses.
Im Anschluss an den Festakt waren alle Anwesenden noch zu einem Mittagessen und gemeinschaftlichem Miteinander eingeladen. Mehr zum Festakt kann auf der Webseite der Kirchengemeinde Oberndorf nachgelesen werden.
Rund um das Gebäude
Das Gebäude in Oberndorf wurde bei der Sanierung in seinen Grundmauern erhalten. Architekt Stephan Pfäffle vom Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland erklärte in seiner Ansprache beim Festakt, dass eine Kernsanierung wesentlich weniger Energie benötigt habe, als ein Neubau. Das Oberndorfer Projekt könne mit Blick auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung künftig Modellcharakter für ähnlich gelagerte Fälle haben. Für den Umbau mussten zahlreiche neue baurechtliche Anforderungen erfüllt werden, z. B. zur Barrierefreiheit, zu Fluchtwegen, zur Dachlast oder zum Brandschutz.
Im Inneren des Gebäudes achteten die Architekten auf Funktionalität und Flexibilität. Bei der Außenwirkung des Kirchengebäudes wurde das Gebäude zur Straße einladender und sakraler gestaltet. Zentraler Blickfang ist ein goldenes Metallgeflecht, das im Außenbereich funktionale Elemente wie die Fluchttreppe verbirgt. Im Inneren des Gebäudes werden dadurch die Außengeräusche sowie das einfallende Licht gefiltert. Das Metallgeflecht sorgt damit für einen hellen Kirchenraum der Besinnung und Andacht. Ergänzt durch Eichenholz als bestimmendes Material und kombiniert mit einer ausgeklügelten Deckenbeleuchtung, lässt der komplette Raum das Kreuz im Altarraum als zentralen Punkt erstrahlen. Das Gebäude stellt 125 Sitzplätze im rund 147 m² großen Kirchensaal für die Besucher bereit. Die Kirchengemeinde Oberndorf zählt aktuell 131 Mitglieder und wird von acht ehrenamtlichen Seelsorgern betreut.
Fotos: Thilo Unger, Bennedikt Unnasch