Dem Weihegottesdienst lag das Textwort aus 2. Chronik 7, 1 zugrunde: "Und als Salomo sein Gebet vollendet hatte, fiel Feuer vom Himmel und verzehrte das Brandopfer und die Schlachtopfer, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus". Apostel Schnaufer drückte seine Dankbarkeit für das neue Kirchengebäude aus. Er ergänzte: "Jedoch ohne die Gemeinde und die Gemeinschaft mit Gott wäre es nutzlos." Es brauche die Gemeinde und die Gemeinschaft um Herrlichkeit erleben zu können.
In diesem Festgottesdienst wurde für die Gemeinde Oberndorf ein weiterer Priester ordiniert. Apostel Schnaufer spendete außerdem das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst durch den Gemeindechor, ein Solo-Quartett sowie eine Solo-Klarinette.
Ein funktionaler Umbau mit sakraler Wirkung
Die Modernisierung des Kirchengebäudes war notwendig geworden um aktuelle rechtliche Vorgaben zu erfüllen. Dies betraf neben dem Brandschutz und der Statik des Daches auch die Barrierefreiheit der Gebäudes. Das frühere Satteldach wurde durch ein langes, ansteigendes Pultdach ersetzt. Der Eingang, der davor seitlich angeordnet war, wurde nun zentral zur Straße hin ausgerichtet. Gemeinsam mit der daneben liegenden großzügigen Verglasung wirkt das Gebäude einladend zur Straße. Zusätzlich wurde eine markante Eckgestaltung mit einem Metallgeflecht umgesetzt. Dahinter versteckt sich zum einen eine neue Rampe, die den Zugang barrierefrei ermöglicht und zum anderen ein zweiter Fluchtweg. Die baulich notwendigen Elemente wurden gezielt so umgesetzt, dass sie das Kirchengebäude nach außen sakraler und einladender wirken lassen.
Auch immer Inneren hat sich viel für die Gemeinde geändert: Die neue Raumaufteilung ermöglicht eine große räumliche Flexibilität im Gemeindeleben. Zwei Mehrzweckräume, die zusammen geschaltet werden können, lassen sich im Sommer sogar bis ins Freie auf die angrenzende Terrasse erweitern. Das großzügige Foyer wurde mit neuen Möbeln umgestaltet und hat nun eine hohe Aufenthalts-Qualität, die bereits nach dem ersten Gottesdienst ausgiebig genutzt wurde. Ein barrierefreies WC, eine Teeküche und eine dem Kirchensaal zugeordnete Sakristei komplettieren die Nebenräume.
Im Kirchensaal selbst wird viel mit Licht gearbeitet, so dass ein heller und freundlicher Raum entsteht. Das seitlich einfallende Sonnenlicht wird teilweise durch ein Metallgeflecht vor den Fenstern gefiltert. Die Decke besteht aus Eichenlamellen in die künstliche Beleuchtung direkt integriert wurde. Hinter dem Altar bündelt sich das Licht und lässt das Kreuz erstrahlen. Helle Materialien auf Boden und Wand schaffen kombiniert mit dunklem Eichenholz und Messing eine freundliche Atmosphäre im Inneren des Gebäudes.
Die Kirchengemeinde Oberndorf
Die Gemeinde Oberndorf ist eine von 18 neuapostolischen Kirchengemeinden, die gemeinsam den Kirchenbezirk Dornhan/Villingen-Schwenningen bilden. Mit weiteren sechs Kirchenbezirken gehört dieser zum Apostelbereich Freiburg/Tübingen, der von Apostel Martin Schnaufer geleitet wird.
Die Gründung der neuapostolischen Kirchengemeinde in Oberndorf erfolgte im Jahr 1926. Die ersten Gemeindemitglieder versammelten sich über 35 Jahre in unterschiedlichen Räumlichkeiten wie Wohnzimmern, Werkstätten oder einem städtischen Elektrizitätswerk. Die räumliche Enge dieser nicht für kirchliche Zwecke ausgelegten Bauten sowie die wachsende Anzahl an Gemeindemitgliedern führten 1948 zur Gründung der beiden Kirchengemeinden Aistaig und Hochmössingen sowie 1954 zur Gründung der Gemeinde Lindenhof. Das Kirchengebäude am heutigen Standort wurde 1959 errichtet und eingeweiht. Eine erste Modernisierung des Gebäudes erfolgte 1979, wodurch es bei Festgottesdiensten Platz für mehrere Gemeinden der Umgebung bot. Aktuell werden die rund 130 Gemeindemitglieder von neun ehrenamtlich tätigen Seelsorgern betreut.
Fotos: Benedikt Unnasch