Die Neuapostolische Kirche missbilligt aufs Schärfste jede Art von Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt.
In den Gebietskirchen bestehen für Fälle in der Seelsorge – das heißt, wenn sexuelle Übergriffe von kirchlichen Amtsträgern oder Mitgliedern mit kirchlicher Beauftragung begangen wurden – Prüf- und Beratergremien. Ein Gremium im Fall sexueller Übergriffe wird von Experten der unabhängigen Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e. V. gebildet, um die Neuapostolische Kirche Süddeutschland in Verdachtsfällen zu beraten.
Bei sexuellen Übergriffen in den Gemeinden der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland können sich Betroffene direkt an die interne Vertrauensstelle wenden:
Die Ausarbeitung „Umgang mit sexuellen Übergriffen in der Seelsorge“ dient der Information aller Amtsträger und aller Mitglieder mit kirchlicher Beauftragung; sie steht jedem Gemeindevorsteher zur Verfügung. Darin werden auch präventive Maßnahmen aufgezeigt, und es finden sich Kontaktadressen zu Hilfsorganisationen sowie Literaturangaben, zum Beispiel die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend herausgegebene Broschüre „Mutig fragen – besonnen handeln - Informationen für Mütter und Väter zur Thematik des sexuellen Missbrauchs an Mädchen und Jungen“, die auch Hinweise zu weiterführender Literatur enthält.
In einem der von der Gebietskirche Süddeutschland herausgegebenen „Elternbriefe“ (Ausgabe 12/2008) wurde sexueller Kindsmissbrauch thematisiert, insbesondere unter dem Gedanken: „Was können wir zur Vorbeugung tun?“, mit speziellen Hinweisen an die Amts- und Funktionsträger. Mit der seit 2015 verabschiedeten Konzeption "Achtsamkeit" griffen Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen zur Vermeidung von Grenzüberschreitungen aller Art gegenüber Kindern und Jugendlichen; im Kern geht es um die Prävention vor sexuellen Übergriffen.
Für Betroffene, die sexuelle Gewalt in ihrer Kindheit oder als Jugendliche/r erlebt haben, sowie für Angehörige von Betroffenen bietet das Hilfeportal Sexueller Missbrauch unter www.hilfeportal-missbrauch.de eine erste Anlaufstelle. Es bietet online als auch telefonisch Information und Beratung und vermittelt den Kontakt zu Beratungsstellen, Therapeuten und Kliniken. Telefonisch ist das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800 / 22 55 530.
Online-Beratung – kostenfrei und anonym – durch hochqualifizierte Beratungsfachkräfte finden Sie auch unter der von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung angebotenen Adresse: www.bke-beratung.de/jugendberatung bzw. www.bke-beratung.de/elternberatung.
Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Weitere Informationen finde Sie unter www.hilfetelefon.de. Betroffene Männer können sich an www.maennerhilfetelefon.de wenden. Beide Kontaktstellen sind kostenlos, anonym und vertraulich.