Die Botschaft in den Predigten an diesem Sonntag war, dass der Mensch sich überall auf die Gegenwart Gottes und seine Hilfe verlassen könne – im Diesseits und im Jenseits. Als Bibelwort wurde ein Teil des Psalms 139 verwendet: „Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten“ (Verse 8 bis 10).
Bezirksapostel Michael Ehrich führte den Gottesdienst in Ludwigsburg durch und verwendete für seine Predigt ein Bibelwort aus dem Johannesevangelium: „Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden“ (Joh 10,16). Der Gottesdienst, an dem auch die sechs aktiven Apostel aus Süddeutschland teilnahmen, wurde per Internet in die weiteren Kirchengemeinden im Kirchenbezirk Stuttgart/Ludwigsburg übertragen.
In seiner Predigt führte der Bezirksapostel aus, dass an diesem Sonntag die jenseitige Welt im Mittelpunkt stehe. Der im Bibelwort angesprochene „Stall“ stehe sinnbildlich für den geistlichen Bereich, in dem sich eine Seele im Jenseits befinde. Dieser könne göttlich oder widergöttlich sein. Maßgeblich für den Seelenzustand sei die innere Haltung und welchem Geist sich ein Mensch öffne. Die Liebe Gottes wende sich jedoch vorbehaltlos allen Menschen zu. Alle Menschen sollen in die Nähe Gottes und damit in seine „Herde“ geführt werden.
Um weitere Predigtbeiträge wurden die Apostel Martin Rheinberger (Apostelbereich Karlsruhe), Andreas Sargant (Apostelbereich München) und Manfred Schönenborn (Apostelbereich Heilbronn/Nürnberg) gebeten.
Gebete für und Heilsvermittlung an Verstorbene
Nach neuapostolischer Glaubensüberzeugung schließt Gottes Heilswille alle Menschen ein, unabhängig davon, ob sie noch auf dieser Welt leben oder bereits gestorben sind. Daher erhalten verstorbene Seelen auch an jedem Sonntag die Einladung, Sündenvergebung zu empfangen und am Heiligen Abendmahl teilzuhaben. In den sogenannten „Entschlafenen-Gottesdiensten“ („entschlafen“ im Sinne von verstorben), die dreimal im Jahr – jeweils am ersten Sonntag im März, Juli und November – stattfinden, wird den verstorbenen Seelen im Jenseits die Möglichkeit gegeben, zusätzlich die Sakramente Heilige Wassertaufe und Heilige Versiegelung zu empfangen. Die Spendung dieser Sakramente erfolgt immer an dem Ort, wo der Bezirksapostel oder ein von ihm beauftragter Apostel den Gottesdienst durchführt, und wird stellvertretend an lebenden Personen vollzogen, ist jedoch ausschließlich für die verstorbenen Seelen wirksam.
In allen weiteren Kirchengemeinden erfolgt innerhalb der Liturgie der Entschlafenen-Gottesdienste nach der Feier des Heiligen Abendmahls ein Fürbittgebet für die Seelen der Verstorbenen.
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