20.04.2021

Neue Kirche in Bad Urach: Weihegottesdienst mit dem Bezirksapostel

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Am Sonntag, 18. April 2021, feierte die Gemeinde Bad Urach (Kirchenbezirk Nürtingen) mit Bezirksapostel Michael Ehrich den Weihegottesdienst für ihre neue Kirche.

  • Das neue Kirchengebäude in Bad Urach
    < Das neue Kirchengebäude in Bad Urach >
  • Weihegottesdienst in Bad Urach
    < Weihegottesdienst in Bad Urach >
  • Apostel Jürgen Loy
    < Apostel Jürgen Loy >
  • Bezirksapostel Michael Ehrich weihte das Gebäude zum Gotteshaus
    < Bezirksapostel Michael Ehrich weihte das Gebäude zum Gotteshaus >
  • Weihegottesdienst in Bad Urach
    < Weihegottesdienst in Bad Urach >
  • Einblick in das neue Kirchengebäude in Bad Urach
    < Einblick in das neue Kirchengebäude in Bad Urach >

Die neue Kirche in der Elsachstraße 18, nur 200 Meter vom bisherigen Standort entfernt, ist gottesdienstliche Versammlungsstätte für die Gemeinde Bad Urach und mit den Nebenräumen zugleich Gemeindehaus.

Der Neubau erfolgte, weil das bisherige, 1952 geweihte Gotteshaus in der Ostendstraße mit seinen Räumlichkeiten nicht den heutigen Anforderungen an ein lebendiges Gemeindeleben entsprach, nicht barrierefrei war und Renovierungsarbeiten erforderlich gewesen wären. So wurde im November 2019 mit dem Bau der neuen Kirche begonnen, was die Gemeinde mit einem symbolischen Spatenstich feierte.

Wenngleich aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie der Weihegottesdienst nur mit eingeschränkter Teilnehmerzahl in der schönen neuen Kirche gefeiert werden konnte, hatten die Glaubensgeschwister aus Bad Urach und weiteren Gemeinden des Kirchenbezirks doch die Möglichkeit, via Internet-Livestream und Telefonübertragung daran teilzunehmen.

Stätte der Gottesbegegnung und des Segens

Der Bezirksapostel stellte die neue Kirche in den Dienst der Menschheitserlösung. Er weihte sie im Namen des dreieinigen Gottes zu dessen Haus – Stätte der Gottesbegegnung und des Segens, des Friedens und der Stille.

Im ersten Musikvortrag dieses ersten Gottesdienstes in der neuen Kirche am Sonntagvormittag, 18. April, erklang „Meine Seele ist stille in dir“ (Klaus Heizmann) – stille und getrost im Vertrauen in Gott. Dazu sei der Gottesdienst gegeben, so der Bezirksapostel, in innerer Stille die Botschaft des Friedens, der Ermutigung und des Trostes aufzunehmen, um im Glauben gestärkt, mit neuer Kraft und neuem Mut weiterzugehen. So möchten alle, die in diesem der Anbetung und Begegnung mit Gott gewidmeten Haus ein- und ausgingen, Frieden und Segen empfinden.

Zuerst der Dank

Vor dem Weihegebet stellte der Bezirksapostel den Dank voran: „Der erste Dank gehört unserem großen Gott und Vater.“ Dabei brachte er den Dank für die Segnungen Gottes zum Ausdruck, aber auch für Schutz und Bewahrung und das Gelingen des Neubaus.

In seinen weiteren Dankesworten dankte er den Glaubensgeschwistern in der Gemeinde und ganz Süddeutschland, die mit ihren finanziellen Opfern den Kirchenbau ermöglicht haben, sowie allen, die sich in irgendeiner Weise eingebracht haben. Neben dem Dank an die beteiligten Fachleute, die Architekten und Handwerker, brachte er den Dank gegenüber allen zum Ausdruck, die Hand angelegt haben, bis hin zu den „vielen kleinen Tätigkeiten vor dem Bezug“, die von der Gemeinde geleistet wurden.

Seit über 100 Jahren eine Gemeinde

Vor dem Weiheakt gab der Bezirksapostel auch einen kurzen Einblick in die Chronik der Gemeinde, deren Anfänge 1913 datieren. Das offizielle Gründungsdatum ist in der Zeit des Ersten Weltkriegs, der 31. Mai 1914, als Apostel J.G. Bischoff einen Gottesdienst in der kleinen angemieteten Versammlungsstätte in der Pfählerstraße in Bad Urach feierte, in welchem 21 Gläubige das Sakrament der Heiligen Versiegelung empfingen.

So wurde auch dankbar an die gedacht, die „mit Herzblut“ in der Anfangszeit und den Folgejahren Gott und der Gemeinde gedient haben.

Die Liebe in der Gemeinde

Zum Fest der Kirchenweihe wünschte der Bezirksapostel, dass sich die Gemeinde in der neuen Kirche „zu Hause fühlen und ein schönes geschwisterliches Miteinander“ haben möge. In diesem Zusammenhang erwähnte er das Gebot Jesu: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass wir euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe. … Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt“ (Johannes 13,34.35).

Geschwisterlich untereinander verbunden, stehe man ganz eng zusammen. „Die Liebe findet Ausdruck im Umgang miteinander und in der Atmosphäre“, sagte er und wünschte, dass jeder, der hierherkomme, eine Atmosphäre des Friedens und der Liebe empfinden möge.

Tempel Gottes sein

Als Grundlage für die Wortverkündigung im Weihegottesdienst nahm der Bezirksapostel ein Bibelwort aus dem Alten Testament, 2. Chronik 6,20, aus dem Weihegebet Salomos für den Tempel, der ca. 900 v. Chr. errichtet wurde.

Ein irdischer Tempel sei vergänglich, auf das Irdische komme es nicht an, erklärte der Bezirksapostel und stellte einen Bezug her zu dem, was Paulus den Korinthern schrieb: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1.Korinther 3,16). So standen seine Ausführungen zum Bibelwort unter dem Blick des „inneren Tempels, des geistlichen Tempelbaus“.

Zum Gottesdienst begleiteten ihn Apostel Jürgen Loy, Leiter des Apostelbereichs Stuttgart, zu dem der Kirchenbezirk Nürtingen gehört, und der zuständige Bischof Bernd Bornhäusser. Zu einem Predigtbeitrag wurde der Apostel gerufen.

In diesem ersten Gottesdienst in der neuen Kirche spendete der Bezirksapostel einem kleinen Mädchen das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Die Festgemeinde feierte Heiliges Abendmahl, und dieses Sakrament wurde auch stellvertretend für Verstorbene dargereicht.

Durch Instrumental- und Orgelvorträge wurde der Festgottesdienst musikalisch mitgestaltet. Dabei erklang erstmals die in der Kirche eingebaute Pfeifenorgel (Andreas Offner, Orgelbau, Kissing). Sie besitzt zwei Manuale und fünf Register.

Das Lied zu Beginn des Weihegottesdienstes „Reiches Versprechen hat Gott gegeben“ (Text: N. Niles, Melodie: Philipp Paul Bliss, 1838-1876) spricht von Vertrauen in Gott, der zur herrlichen Heimat leitet – Glaubensziel ist die Wiederkunft Jesu Christi und die ewige Gemeinschaft mit Gott.

Der Neubau …

… besteht aus einem Haupt- und Nebenbaukörper. Der Funktion angemessen, überragt der quadratische Hauptbaukörper – mit dem Sakralraum – den Nebenbaukörper um rund 4 Meter. Auch die Außenwände sind unterschiedlich: die des Hauptbaukörpers in massiver Stahlbaukonstruktion erhielten eine vorgehängte Klinkerfassade, der Nebenbaukörper hat Wände aus hochgedämmten Ziegelmauersteinen mit einer Putzfassade.

Die klare kubische Form des Hauptbaukörpers vermittelt im Inneren den Gottesdienstteilnehmern ein Gefühl von Geborgenheit und Schutz. Die Fensteröffnungen sind als Glaskunst ausgeführt (Künstler: Tobias Kammerer, Rottweil). Der Sakralraum ist der zentrale geweihte Raum im Gebäude; er bietet Sitzplätze für 120 Gottesdienstteilnehmer und ist auf den Altarbereich hin ausgerichtet.

Der Altar ist aus unterschiedlich starken und nachbehandelten Eichenbrettern, die aufeinandergeschichtet wurden, skulptural gestaltet. Er ist der heilige Ort, an dem das Opfer Christi verwaltet und die Sakramente gespendet werden. Doch dient er nicht nur als „Tisch des Herrn“, auf dem im Gottesdienst die Abendmahlsgefäße stehen, sondern hat eine weitere Funktion: Vom Altar aus erfolgt auch die Wortverkündigung (es gibt keine Kanzel).

Aus Gründen der Nachhaltigkeit und Schöpfungsbewahrung sind die als Flachdach ausgeführten Dächer des Haupt- und Nebenbaukörpers extensiv begrünt worden.

Die Erschließung des leicht erhöhten Kirchplatzes erfolgt barrierefrei oder über zwei Stufen vom Gehweg aus, der parallel zum Hauptbaukörper verläuft. Über einen kleinen Kirchplatz mit einer Sitzbank geht der Besucher direkt auf den Eingang zum Gebäude zu, der sich zwischen den beiden Baukörpern befindet. Da für die Glaubenden die Gemeinschaft im Gottesdienst ein wesentliches Element im Gemeindeleben bildet, ist die Barrierefreiheit bedeutsam für gehbehinderte Gottesdienstbesucher und Rollstuhlfahrer sowie Familien, die zum Gottesdienst einen Kinderwagen mitbringen.

Eine aktive Gemeinschaft

Im Nebenbaukörper finden die Aktivitäten des Gemeindelebens statt, für das sich zahlreiche Gemeindemitglieder ehrenamtlich engagieren. Hier befinden sich die Sakristei und zwei Mehrzweckräume, die für die kirchlichen Unterrichte, Jugendabende, Gemeinde- und Seniorenzusammenkünfte und weitere Aktivitäten im Gemeindeleben genutzt werden können. Auch eine Teeküche sowie Funktionsräume (Sanitär und Technik) sind hier untergebracht.

Für die verschiedenen Nutzungen können die Mehrzweckräume untereinander zu einem großen Raum verbunden werden, so dass flexibel auf die jeweilige Veranstaltung und Teilnehmeranzahl reagiert werden kann.

Mit der Planung und Bauleitung war Selbmann Architektur GbR (Ingstetten) betraut.

Die Gemeinde Bad Urach bilden heute ca. 240 Mitglieder. Sie werden seelsorgerisch begleitet von neun ehrenamtlichen Geistlichen. Neben dem Gemeindevorsteher – Evangelist Roland Lutz – sind dies vier Priester und vier Diakone.

Er habe auch schon Gottesdienst gehalten in Ländern seines Arbeitsbereichs, wo die Verhältnisse ganz anders seien, berichtete der Bezirksapostel zum Schluss, da habe Gottesdienst unter einem Baum, in einer Wellblechhütte oder im kleinen Kreis in einer Privatwohnung stattgefunden. Der Gemeinde in Bad Urach wünschte er, dass sie in dem schönen Gebäude immer Freude empfinden möge.

(Ob bzw. wann angesichts der COVID-19-Pandemie der Festakt und weitere Festlichkeiten anlässlich der Einweihung begangen werden können, ist aktuell noch offen.)

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