Am Abend des 22. Januar 2021 startete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Aktion #lichtfenster, indem er in ein Fenster seines Amtssitzes im Schloss Bellevue gut sichtbar ein Licht stellte. Er rief alle Bürgerinnen und Bürger auf, dies bis zu einer zentralen staatlichen Gedenkfeier – voraussichtlich im April – ebenfalls zu tun: Mit der abendlichen Lichteraktion soll der mehr als 50.000 Menschen gedacht werden, die in Deutschland bisher aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus bzw. im Zusammenhang damit gestorben sind.
Das #lichtfenster des Bundespräsidenten leuchtet vom 22. bis 30. Januar 2021 durchgehend (in der Dunkelheit) im Schloss Bellevue, der Villa Hammerschmidt in Bonn sowie seiner Dienstwohnung in Berlin-Dahlem; anschließend bis zur staatlichen Gedenkfeier im April leuchtet es immer am Freitagabend bis zum Samstagmorgen.
Ausdruck des Mitgefühls
„Für zu viele Menschen in unserem Land sind diese Corona-Wochen schrecklich dunkle Wochen. Viel zu viele müssen um Angehörige trauern. Viel zu viele kämpfen auf den Intensivstationen und in den Pflegeheimen um ihr Überleben. Viel zu viele müssen um geliebte Menschen bangen“, schrieb der Bundespräsident über die Aktion und erklärte: „Wir stellen ein Licht ins Fenster, weil wir wissen: Überall in unserem Land leiden Menschen. Wir trauern mit den Angehörigen. Wir wünschen den Kranken schnelle Genesung. Mit unseren ‚Lichtfenstern‘ rufen wir einander zu: Die Toten der Corona-Pandemie sind für uns keine bloße Statistik. … Jede Zahl steht für einen geliebten Menschen, der uns unendlich fehlt … Unser Licht spendet Wärme, unser Licht zeigt Mitgefühl in einer dunklen Zeit.“
Mitgefühl und Anteilnahme am Ergehen des Nächsten gehören zum Christsein. Bezirksapostel Ehrich sagte im Zusammenhang mit der Lichtaktion: „Wenn jemand in Leid und Trauer ist oder Angst und Sorgen um seine Lieben hat und er dann erfährt: ‚An dich wird gedacht. Dein Leid, deine Angst lässt uns nicht gleichgültig!‘, dann ändert sich die Situation für den Betreffenden nicht. Aber das Mitempfinden tut ihm gut, er schöpft wieder Hoffnung.“
Neuapostolische Christen sollten „das Licht des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe“ im Herzen leuchten und ihre Umgebung erhellen lassen, denn es gelte das Jesuwort: „Ihr seid das Licht der Welt!“ Dazu gehörten Gebete für Trauernde sowie für die Verstorbenen.
Zeichen der Verbundenheit
„In diesen Wochen sterben in Deutschland täglich hunderte Menschen als Folge der Corona-Pandemie. Meldungen über tausende Neuinfizierte dominieren die Nachrichten. … In diesen dunklen Stunden möchte der Bundespräsident einen Weg aufzeigen, wie die Menschen ihre Trauer und ihr Mitgefühl ausdrücken können“, heißt es in einer Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland e.V. an ihre Delegierten. Die ACK unterstützt diese Aktion, „denn wir brauchen ein Licht im Dunkeln. Nicht nur für uns selbst, sondern auch als Zeichen des Mitgefühls für unsere Mitmenschen: Trauer um die Verstorbenen, Sorge um diejenigen, die um ihr Leben kämpfen, Mitgefühl den Angehörigen der Kranken und Toten.“
Und Erzpriester Radu Constantin Miron, seit 2019 Vorsitzender der ACK in Deutschland, sagte: „Es soll ein Zeichen der Solidarität in dieser doppelt dunklen Jahreszeit sein: Ich fühle mit Dir! Meine Gedanken sind bei Dir! Ich bin dankbar für diese Initiative des Bundespräsidenten und unterstütze sie nachdrücklich als ein Zeichen der Verbundenheit, des Zusammenhalts und des gemeinsamen Gedenkens.“
Die ACK in Deutschland repräsentiert etwa 50 Millionen Christinnen und Christen. Ihr gehören 17 Kirchen an, weitere acht Kirchen – darunter die Neuapostolische Kirche – sind Gastmitglieder und fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus.
Gastmitglied in der ACK auf Bundesebene ist die Neuapostolische Kirche seit 2019, Gastmitglied in der ACK Baden-Württemberg ist die Neuapostolische Kirche Süddeutschland seit 2017.
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