Sexuelle Gewalt an Kindern ist kein Randphänomen. 2019 wurden weit über 13.000 Straftaten polizeilich erfasst, die Zahl der polizeilich nicht bekannten Fälle dürfte weitaus höher sein. Das Leid, das Kindern tagtäglich angetan wird, mit aller Kraft einzudämmen, ist Ziel der in Karlsruhe ansässigen „Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel + Gretel“.
Mit der Stiftung, die seit 1997 unterschiedliche Projekte des präventiven Kinderschutzes und der Opferfürsorge initiiert, begleitet und finanziell fördert, ist die Gebietskirche Süddeutschland seit Jahren verbunden und unterstützt deren Arbeit auch finanziell, über das Hilfswerk der Gebietskirche, „human aktiv“ (siehe unser Bericht vom Dezember 2019 – Details dazu hier).
Nun übergab Bezirksapostel Michael Ehrich, der auch Vorstandsvorsitzender des Hilfswerks ist, an die Kinderschutzstiftung „Hänsel + Gretel“ erneut einen Spendenscheck in Höhe von 20.000 Euro. Die Spende soll, so Jérôme Braun von der Geschäftsführung der Stiftung, für zwei Präventionsprojekte verwendet werden, das Kita-Projekt „Starke-Kinder-Kiste“ sowie das Grundschulprojekt „Echt Klasse“ (beide entwickelt vom Kieler Petze-Institut zur Gewaltprävention).
Frühestmögliche Prävention
„Um Kinder so früh wie möglich stark zu machen, sind Kitas besonders geeignet“, erklärte der Geschäftsführer von „Hänsel + Gretel“. „Mit der ‚Starke-Kinder-Kiste‘ können sich Kita-Kinder spielerisch mit dem eigenen Körper, Gefühlen und dem Umgang mit Grenzen auseinandersetzen. Sie werden gestärkt und lernen, sich selbst zu behüten.“ Aktuell sind 160 „Starke-Kinder-Kiste“ in 350 Kitas im Einsatz. Jérôme Braun ist zuversichtlich: „Mehr als 25.000 Kinder konnten wir bislang hoffentlich so stärken, dass sie nicht zum Opfer werden und ihr Nein akzeptiert wird.“
Die Kinderschutzstiftung will mit den „Starke-Kinder-Kisten“ 500.000 Kinder erreichen. Von dem Präventionsprogramm „Echt Klasse“ konnten bis Ende 2019 rund 60.000 Grundschulkinder profitieren.
Sensibilisierungsmaßnahmen für alle Altersstufen
Im Gespräch des Bezirksapostels mit Geschäftsführer Braun wurden weitere Präventionsprojekte und Sensibilisierungsmaßnahmen angesprochen, u.a. die interaktive Wanderausstellung „Echt krass“ des Petze-Instituts, ebenfalls ein Förderprojekt von „Hänsel + Gretel“. Sie dient der Sensibilisierung und Prävention von sexuellen Übergriffen unter Jugendlichen. „Die Sensibilisierung für das Thema Grenzverletzungen und die Prävention halte ich für äußerst wichtig, und zwar für alle Altersstufen“, unterstrich der Bezirksapostel.
In dem Zusammenhang steht die Konzeption „Achtsamkeit“ der Gebietskirche mit einem breiten Spektrum von Maßnahmen, deren Hauptziel das Wohl des Kindes ist: „Auch unsere Konzeption Achtsamkeit hat schwerpunktmäßig Sensibilisierungsmaßnahmen für den achtsamen Umgang mit Kindern und Jugendlichen, um Grenzüberschreitungen aller Art zu vermeiden“, so der Bezirksapostel. „Und so haben wir zum Beispiel bei der Präsentation meines Arbeitsbereichs am Internationalen Jugendtag 2019 auch das Themenfeld ‚Achtsamkeit‘ vorgestellt und jugendgerecht GO’s und NO-GO‘s im Umgang miteinander thematisiert.“