Der höchste Geistliche der Kirche führte den Pfingstgottesdienst als sogenannten Videogottesdienst in Darmstadt durch (Gebietskirche Westdeutschland). Dies bedeutete, der Gottesdienst fand ohne die Feier des Heiligen Abendmahls statt. Via Internet-Livestreams auf vielen Kanälen und Videoportalen und in Südafrika via kircheneigenem Fernsehkanal nahmen Glaubensgeschwister auf allen Kontinenten teil – jeweils bei sich zu Hause. Für die Glaubensgeschwister in Süddeutschland bestand die Möglichkeit, den Videogottesdienst im YouTube-Kanal der Gebietskirche oder via Telefonübertragung mitzuerleben.
In Darmstadt durfte sich erstmals seit Wochen auch eine kleine Gemeinde zu diesem Gottesdienst in der Kirche versammeln. Unter strikter Einhaltung der Maßnahmen zum Infektionsschutz – u.a. Abstandsregeln – waren neben dem Stammapostel als dem Gottesdienstleiter der Leiter der Gebietskirche Westdeutschland, Bezirksapostel Rainer Storck, die Apostel Jens Lindemann und Gert Opdenplatz, zwei Übersetzer, ein Instrumentalensemble und einige Glaubensgeschwister dabei.
Freiheit zum Bekennen, Dienen und Lieben
Grundlage für die Wortverkündigung war ein Bibelwort aus dem Neuen Testament, das sich auf den Heiligen Geist und die durch ihn bewirkte Freiheit bezieht: „Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (2. Korinther 3,17).
Die Bibellesung an diesem hohen kirchlichen Feiertag erfolgte aus Apostelgeschichte 2, gelesen wurden die Verse 1 bis 4 und 12 bis 21.
Tenor in der Wortverkündigung war: Der Heilige Geist macht frei von Furcht und befähigt, den Glauben zu bekennen, Christus zu dienen und als Werkzeug Gottes in Worten und Taten den Willen Gottes zu verkündigen und andere die Liebe entdecken zu lassen, die Gott ihnen entgegenbringt.
„Der Heilige Geist wirkt in und durch Menschen“, so der Stammapostel, der das Bild vom Leib Christi erwähnte und die Glaubensgeschwister daran erinnerte, dass zwar die Aufgaben der einzelnen Glieder unterschiedlich sind, jedoch alle denselben Wert haben: „Jedes einzelne Glied ist so wichtig wie das andere.“
Dabei verwies der Stammapostel darauf, dass die Liebe Gottes, die mit dem Heiligen Geist ausgegossen worden sei, es gelingen lasse, Unterschiede und Vorurteile zu überwinden, vergebungsbereit zu sein und dem Nächsten beizustehen. Das Evangelium Jesu Christi gelte unverändert, unterstrich er und nannte beispielhaft die Bergpredigt und die „goldene Regel“.
Der Stammapostel führte den Pfingstgottesdienst in englischer Sprache durch, eine Konsekutiv-Übersetzung an einem neben dem Altar stehenden Rednerpult erfolgte in die deutsche Sprache.
Simultandolmetscher übersetzten in die Sprachen Französisch, Kroatisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch, für die es ebenfalls im Internet öffentlich zugängliche Livestreams gab. Zudem wurde der Gottesdienst in die Deutsche Gebärdensprache übersetzt.
Um einen Predigtbeitrag wurde Bezirksapostel Storck gebeten.
Gott glauben und vertrauen
Üblicherweise würden am „Geburtstag der Kirche“ die Glaubenden den Gottesdienst in der Gemeinschaft feiern, gemeinsam Gott anbeten, loben und ihm danken, miteinander singen und gesegnet werden, insbesondere durch die Feier des Heiligen Abendmahls, so der Stammapostel zu Beginn der Predigt. Es gebe keine Erklärung, warum die menschlichen Pläne durchkreuzt worden seien: „Alles, was wir tun können, ist, uns unter die gewaltige Hand Gottes zu demütigen, Gott zu glauben und zu vertrauen.“ Dabei erinnerte er an den biblischen Bericht von der kanaanäischen Frau, einer Heidin, die aus großem Glauben heraus nicht nachließ, Jesus wegen der Heilung ihrer Tochter um Hilfe zu bitten (vgl. Matthäus 15, 21 ff.)
Der Heilige Geist ist Tröster und Beistand; er stärkt im Glauben und Gottvertrauen und er hilft beim Bemühen, nach dem Evangelium zu leben und sich auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten.
„Welch ein Freund ist unser Jesus“
Musikalisch mitgestaltet wurde der Pfingst-Videogottesdienst 2020 durch Vorträge der Instrumentalisten sowie von Orgel und Klavier.
„Welch ein Freund ist unser Jesus“, dieses Lied erklang durch den sogenannten „International Virtual Choir“ zum Gottesdienstabschluss in Deutsch, Englisch und Französisch. Das Besondere: 1605 Instrumentalistinnen und Instrumentalisten, Chorsängerinnen und -sänger aus 50 Ländern der „neuapostolischen Welt“ waren der Einladung gefolgt, dazu ihren Beitrag solo bei sich zu Hause aufzunehmen und einzusenden; die Videoclips wurden zum Chor kombiniert. Das Ergebnis: ein beeindruckendes, internationales musikalisches Zeugnis von Gottvertrauen.
Siehe auch Bericht auf der Website der Neuapostolischen Kirche International.
Fotos: Marcel Felde