12.05.2020

Videogottesdienst am 10. Mai: Gottesfurcht

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Am Sonntag, 10. Mai 2020, fand wieder ein zentraler sogenannter Videogottesdienst statt, der zu Hause via Internet-Livestream oder Telefonübertragung mitgefeiert werden konnte. Den Gottesdienst führte Bezirksapostel Michael Ehrich in der Kirche Karlsruhe-Mitte durch.

  • Bezirksapostel in Michael Ehrich
    < Bezirksapostel in Michael Ehrich >
  • Blumenschmuck am Altar
    < Blumenschmuck am Altar >
  • Bischof Paul Hepp aus dem Apostelbereich München
    < Bischof Paul Hepp aus dem Apostelbereich München >
  • Musikalische Umrahmung des Videogottesdienstes
    < Musikalische Umrahmung des Videogottesdienstes >
  • Musikalische Umrahmung des Videogottesdienstes
    < Musikalische Umrahmung des Videogottesdienstes >
  • Videogottesdienst am 10. Mai 2020
    < Videogottesdienst am 10. Mai 2020 >

Als Grundlage für die Predigt nahm der Bezirksapostel ein Bibelwort, das im "Videogottesdienst" am Sonntag zuvor der Stammapostel verwendet hatte: „Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten“ (Psalm 103,11).

Den Schwerpunkt beim Bibelwort legte der Bezirksapostel auf die Gottesfurcht.

Gottesfurcht zeigt sich, so führte er unter anderem aus, in der Dankbarkeit, in der Demut, im Vertrauen in Gott und in der Liebe.

Im Verlauf der Predigt erklärte der Bezirksapostel, dass Gottesfurcht bedeutet, Gott zu lieben und ihn von ganzem Herzen zu suchen. So drücke sich Gottesfurcht im weiteren Sinn auch in der Bereitschaft aus, Opfer zu bringen und Gott zu dienen – aus Liebe.

Dankbarkeit, ein Zeichen für Gottesfurcht

Zu den genannten Punkten gab der Bezirksapostel konkrete Hinweise. Bezüglich der Dankbarkeit sprach er zum Beispiel von den vielfältigen Gründen, Gott dankbar zu sein. Dazu nannte er in erster Linie Dankbarkeit für den Opfertod Jesu und auch für weiteres Erleben der göttlichen Liebe, zudem u.a. Dankbarkeit für den Reichtum aus den Gottesdiensten und für Gemeinschaft und Anteilnahme aus der Gemeinde. Grund für Dankbarkeit seien auch die beiden großen göttlichen Verheißungen, „die uns Sicherheit und Ziel geben“: die Verheißung Jesu gemäß Matthäus 28,20, bei den Seinen zu sein bis an das Ende der Welt, und die Verheißung seiner Wiederkunft.

„Wenn wir von Gottesfurcht erfüllt sind, hadern wir nicht mit Gott“, so der Bezirksapostel, „sondern dann sind wir dankbar für das, was wir haben.“

Bischof Paul Hepp aus dem Apostelbereich München, der in der Kirche Karlsruhe-Mitte zugegen war, nahm in seinem Predigtbeitrag auch den Gedanken der Dankbarkeit auf und sprach davon, es sei Grund zur Dankbarkeit, dass Gott auch „der Tröstende“ sei. Dabei verwies der Bischof auf ein Wort im Buch Jesaja, das von Gottes Zusage handelt: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Auch aus dem Bewusstsein heraus, dass Jesus allezeit bei den Seinen sei und mit ihnen gehe, gelte es, dankbar zu sein.

Doch „Dank in Worten ist gut, in Taten ist er besser!“, erklärte der Bischof und ermunterte die Glaubensgeschwister, den „Dank in Taten“ zum Beispiel durch Gebete füreinander auszudrücken und dadurch, für einander da zu sein und sich in trostvoller Weise dem Anderen zu widmen. Während der Corona-Pandemie könne man Zuwendung zu denen, die alleine seien, zum Beispiel auch durch Anrufe zeigen („Ich bin für dich da, wenn du etwas brauchst. Ich bete für dich!“).

Die Gemeinde als „Mutter“

An diesem Mai-Sonntag war „Muttertag“, und der Bezirksapostel nahm den vor rund 100 Jahren erfundenen, den Müttern gewidmeten Tag zum Anlass, auf die Glaubenserziehung und Wertevermittlung zu verweisen, die primär im Elternhaus stattfinden: Die Mütter und Väter gäben glaubensmäßige Orientierung und lehrten die Kinder, Gott zu vertrauen und zu beten („das kann nicht an die Kirche delegiert werden“). Der Dank ihnen gegenüber möge, meinte er, nicht auf einen Tag beschränkt sein, sondern es sei „immer gut, wenn man realisiert und wertschätzt, was Andere für einen tun“.

Die Gemeinde werde oft als „Mutter“ bezeichnet, sagte der Bezirksapostel und übertrug das ideale Bild („dessen bin ich mir bewusst“) von mütterlicher Liebe und Fürsorge auf die Amtsträger und Glaubensgeschwister: sich in Liebe dem Anderen zuwenden, für ihn da sein und für ihn sorgen und auch einmal eigene Interessen zugunsten des Gemeinwohls zurückstellen – es sei ein wohltuender geschwisterlicher Umgang miteinander, wenn dies in den Gemeinden verkörpert werde.

Im Zusammenhang mit „Muttertag“ erwähnte der Bezirksapostel aber auch den Aspekt, dass manche Paare unter ihrer Kinderlosigkeit leiden. Im Blick auf einige Gebiete seines Arbeitsbereichs sagte er, dass Frauen stigmatisiert würden, weil sie keine Kinder bekommen könnten, und dass Kinderlosigkeit zum Beispiel als Strafe Gottes gelte. Dazu stellte er klar: „Das ist völliger Unsinn! Das hat mit dem Evangelium nichts zu tun.“ Solche Gedanken dürften in der Kirche keinen Platz haben. Menschen hätten unterschiedliche schwierige Situationen, Sorgen und Lasten – es gelte stets, sich im Glauben und Vertrauen Gott anzubefehlen und demutsvoll die Zulassungen zu tragen.

Und für den Schmerz der Kinderlosigkeit oder für das Defizit, keine gute Mutter gehabt zu haben, tröstete er mit dem Hinweis, dass Gott einen Ausgleich zu schaffen wisse.

Musikalische Mitgestaltung

Instrumental – mit Orgel und Klavier – und mit Liedvorträgen wurde dieser „Videogottesdienst“ musikalisch mitgestaltet.

„Ein Gärtner geht im Garten, wo tausend Blumen blühn“, dieses Lied (Text: Max von Schenkendorf, 1783-1817) trugen fünf Kinder und ein erwachsener Sänger mit Klavierbegleitung zur Eröffnung der Wortverkündigung vor.

Für die anderssprachigen Glaubensgeschwister in seinem Arbeitsbereich, die via Internet-Livestream über den YouTube-Kanal der Gebietskirche teilnahmen, skizzierte der Bezirksapostel kurz den Liedinhalt: Der Gärtner ist Jesus Christus, im Bild der Blumen sind die Glaubenden zu sehen. Das Kümmern des „Gärtners“ gilt dem Gedeihen zur Herrlichkeit – zur Wiederkunft Jesu Christi.

Zum Schluss des Gottesdienstes nahmen die Kinder schnell wieder ihre vorgezeichneten Abstands-Stehpunkte im Altarbereich ein und trugen mit dem  mit Inbrunst das Loblied "Laudato si!" vor.

Nach dem Gottesdienst, zu dem sich wieder viele Tausende eingeloggt hatten, erfolgten Bekanntgaben des Bezirksapostels.

Fotos: David Schäfer

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