Verbindlich zusammenarbeiten – als eigenständige Partner
Am 29. und 30. Oktober 2026 tagte Stammapostel Helge Mutschler mit den Bezirksaposteln Europas in Tuttlingen (Deutschland). Im Mittelpunkt stand die künftige Zusammenarbeit der deutschsprachigen Gebietskirchen: Die Bezirksapostel erklärten ihre Absicht, auf sämtlichen Ebenen verbindlich und strategisch zusammenzuarbeiten. Die Ausgangslage ist überall vergleichbar: Jede Gebietskirche steht vor gleichen oder ähnlichen Aufgaben. Durch verstärkte Kooperation sollen diese künftig gemeinschaftlich – und damit wirksamer – angegangen werden. Der Stammapostel stellte klar, dass diese Kooperation weder Hintergrund noch Vorstufe einer weiteren Fusion von Gebietskirchen sei. Vielmehr handle es sich um eine langfristige, verbindliche Zusammenarbeit, in der die Gebietskirchen als jeweils eigenständige Partner auftreten. Zur engeren Zusammenarbeit gehört auch die Harmonisierung von Richtlinien, zu der sich die Bezirksapostel ebenfalls austauschten. Ein erstes Ergebnis: Eine Gruppe von Amtsträgerinnen wird auf der Grundlage der bestehenden Regelungen eine einheitliche europäische Regelung zur Kleidung weiblicher Geistlicher erarbeiten. Darüber hinaus berieten der Stammapostel und die Bezirksapostel über eine verstärkte Kooperation in den Bereichen Bau und Immobilien sowie bei den kirchlichen Hilfswerken. Als weiteres Thema besprachen die Bezirksapostel und der Stammapostel die Strategie zur Mitgliederentwicklung.
Apostel Europas beraten über Seelsorge, Gottesdienst und Leitung
Am darauffolgenden Samstag, 31. Oktober, kamen die Apostel Europas in Tuttlingen mit dem Stammapostel zur ganztägigen Apostelversammlung Europa zusammen. Den Auftakt bildete das vom Stammapostel gesetzte Thema Seelsorge. Sie gehört zum Kern des apostolischen Auftrags: nahe bei den Menschen sein, zuhören, begleiten. In diesem Teil waren auch die Ehefrauen der Apostel einbezogen; die Apostel und ihre Frauen teilten ihre Erfahrungen, auch mit Blick darauf, was Seelsorger und ihre Familien selbst trägt. Weitere Themen hatten die Apostel im Vorfeld selbst eingebracht. So sprachen sie über den Gottesdienst und bekannten sich dabei klar zur Liturgie der Kirche: Sie stiftet Identität und ist ein weltweit verbindendes Element. Umso wichtiger sei es, durch Schulung vermehrt ein Bewusstsein für den Hintergrund der Liturgie zu schaffen. Zudem tauschten sich die Apostel über Formate aus, mit denen die Gemeinde stärker am Gottesdienst beteiligt werden kann. Des Weiteren wurde besprochen, wie die Apostel den Stammapostel in der einheitlichen Ausbreitung des Glaubenszeugnisses unterstützen können. Beim Thema „Leitungsstruktur“ gab ein Wort von Stammapostel i.R. Jean-Luc Schneider aus dem Geistlichen Teil der Bezirksapostelversammlung 5/2025 Orientierung: „Der Bezirksapostel muss ein offenes Ohr für die Apostel haben, die Apostel für die Amtsträger und die Amtsträger für die Gläubigen.“ Zum Thema „Kirche in einer sich verändernden Gesellschaft“ teilten die Apostel schließlich gelungene Beispiele aus der Evangelisierung – mit dem Ziel, den Kernauftrag der Kirche, das „Gehet hin“ (Matthäus 28,19), mit neuem Leben zu füllen.
Im Anschluss an die Versammlung kamen die Apostel zu einer Andacht zusammen, die auf den Entschlafenengottesdienst vom 1. November vorbereitete. Gestaltet und durchgeführt wurde sie von Jugendlichen des Bezirks.
Fotos: NAK Süd