22.10.2026

Ein Gottesdienst auf Arabisch, Hebräisch und Deutsch

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Gläubige aus den neuapostolischen Gemeinden Israels kamen am 16. Oktober 2026 zu einem Zentralgottesdienst in Nazareth zusammen. Für Bezirksapostel Martin Rheinberger war es der erste Gottesdienst im Heiligen Land. Gemeinschaft, persönliche Begegnungen und die Feier des Heiligen Abendmahls für Entschlafene prägten den Tag.

  • Blick über Jerusalem
    < Blick über Jerusalem >
  • Die neuapostolische Kirche in Nazareth
    < Die neuapostolische Kirche in Nazareth >
  • Blick in das mehrsprachige Gesangbuch
    < Blick in das mehrsprachige Gesangbuch >
  • Auf dem Tempelberg in Jerusalem
    < Auf dem Tempelberg in Jerusalem >
  • Dornenkrone in der Church of the Flagellation
    < Dornenkrone in der Church of the Flagellation >
  • Freiluft-Altarplatz auf dem Berg der Seligpreisungen
    < Freiluft-Altarplatz auf dem Berg der Seligpreisungen >
  • Denkmal zur Speisung der Fünftausend bei Tabgha
    < Denkmal zur Speisung der Fünftausend bei Tabgha >
  • Kirche der Seligpreisungen am See Genezareth
    < Kirche der Seligpreisungen am See Genezareth >
  • Mensa-Christi-Kirche mit dem „Tisch Jesu“ in Tabgha
    < Mensa-Christi-Kirche mit dem „Tisch Jesu“ in Tabgha >

Bereits vor der Ankunft des Bezirksapostels waren Bischof Jörg Vester (Apostelbereich Karlsruhe) und Evangelist Emil Mansour nach Israel gereist. Sie besuchten neuapostolische Christen, luden zum Gottesdienst ein und trafen die notwendigen organisatorischen Vorbereitungen.

Gottesdienst in Nazareth

Seiner Predigt legte der Bezirksapostel die Verse aus Matthäus 22,36–40 zugrunde. Darin wird Jesus von einem Schriftgelehrten gefragt, welches das wichtigste Gebot sei. Jesus antwortet:

"Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und erste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten."

Die Begegnung findet in den letzten Tagen vor Jesu Kreuzigung in Jerusalem statt. Religiöse Gelehrte stellen ihm Fragen, um ihn auf die Probe zu stellen. Jesus fasst die vielen Gebote des Alten Testaments in zwei einfachen Grundsätzen zusammen: der Liebe zu Gott und der Liebe zum Nächsten.

Im Gottesdienst wurde auch die sprachliche Vielfalt der Gemeinden sichtbar. Die meisten Geschwister sprechen Arabisch, viele verstehen zugleich Hebräisch. Die Predigt des Bezirksapostels wurde von Evangelist Emil Mansour ins Arabische übersetzt. Ein weiterer Priester, der zu einem Predigtbeitrag gerufen wurde, diente am Altar in hebräischer Sprache. Seine Worte wurden wiederum ins Deutsche übersetzt. Arabisch und Hebräisch gehörten damit gleichermaßen zum Gottesdienst und spiegelten die besondere Situation der Gemeinden in Israel wider.

Heiliges Abendmahl für Entschlafene

Ein besonderer Schwerpunkt des Gottesdienstes war die Feier des Heiligen Abendmahls für Entschlafene. Dahinter steht der Glaube der Neuapostolischen Kirche, dass Gottes Liebe auch den Menschen gilt, die bereits gestorben sind. Deshalb wurde das Abendmahl in diesem Gottesdienst nicht nur für die Anwesenden gefeiert. Bezirksapostel Martin Rheinberger sonderte das Heilige Abendmahl auch für Verstorbene aus. Ein Vorsteher und ein Priester aus dem Norden Israels nahmen die Hostien stellvertretend für sie entgegen.

Die Neuapostolische Kirche glaubt, dass Jesus Christus für Lebende und Verstorbene gleichermaßen da ist. Deshalb können Sakramente auch Menschen zugutekommen, die bereits gestorben sind. Die Feier des Heiligen Abendmahls für Entschlafene wird von einem Apostel durchgeführt. Grundlage dafür ist unter anderem eine Aussage des Apostels Paulus im ersten Korintherbrief:

„Was sollen sonst die tun, die sich für die Toten taufen lassen?“ (1. Korinther 15,29a). 

Die Neuapostolische Kirche sieht darin einen Hinweis darauf, dass Gottes Liebe und Zuwendung nicht mit dem Tod eines Menschen enden. 

Arabische Gastfreundschaft

Im Anschluss an den Gottesdienst blieb Zeit für persönliche Begegnungen und Gespräche. Drei Schwestern der Gemeinde Nazareth hatten über zwei Tage hinweg gekocht, gebacken und ein vielfältiges Buffet mit traditionellen arabischen Spezialitäten vorbereitet. Ergänzt wurde das Angebot durch Süßspeisen und den traditionellen arabischen Kaffee.

So wurde der erste Gottesdienst von Bezirksapostel Martin Rheinberger in Israel nicht nur zu einem besonderen geistlichen Ereignis, sondern auch zu einem Zeichen gelebter Gemeinschaft.

Fotos: NAK Süddeutschland

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