Zeuge sein auf Augenhöhe
Grundlage der Predigt war ein Wort aus Apostelgeschichte 1,8: „aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“
Anhand der genannten Orte Jerusalem, Judäa, Samarien und „bis an das Ende der Erde“ zeigte Bezirksapostel Rheinberger verschiedene Facetten christlichen Zeugnisses auf:
- Jerusalem: Wir verkündigen den Herrn und sprechen über Jesus.
- Judäa: Wir stehen den Geschwistern nahe und nehmen Anteil in Freude und Leid.
- Samarien: Wir gehen auf Menschen am Rande der Gemeinde zu und begegnen ihnen auf Augenhöhe.
- Bis an das Ende der Erde: Wir sind keine geschlossene Gesellschaft. Wir sind eine offene Kirche, die über den vertrauten Raum hinauswirkt.
„Ihr müsst nicht alles wissen.“
Dabei müsse niemand vollkommen sein, betonte Bezirksapostel Rheinberger. „Ihr müsst nicht alles wissen“, fasste er die Grenzen menschlichen Verstehens zusammen. Trotz aller Begrenzungen gelte die Verheißung Jesu: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen.“ Diese Zusage griffen auch die Mitdienenden auf. Apostel Loy erinnerte daran, dass Kirche vor allem vom Wirken des Heiligen Geistes lebe. Bischof Paul Hepp machte Mut, allen Leistungsdruck abzulegen und auf die Kraft Gottes zu vertrauen.
Die zentrale Botschaft des Gottesdienstes lautete: Wer sich vom Heiligen Geist führen lässt, kann auch in seiner Begrenztheit ein glaubwürdiger Zeuge Jesu Christi sein.
Die süddeutschen Geistlichen
Einmal jährlich wird ein Gottesdienst für Geistliche gefeiert. Diesmal fand er in Stuttgart-Süd statt und wurde in weite Teile Süddeutschlands sowie in mehrere europäische Länder im Arbeitsbereich des Bezirksapostels übertragen.
Zu den Teilnehmern gehörten auch zahlreiche Geistliche, die in den vergangenen Jahren ordiniert wurden. Das gilt auch für Frauen: Seit 2023 können in der Neuapostolischen Kirche auch Frauen geistliche Ämter übernehmen. In Süddeutschland stellen sie inzwischen mehr als sechs Prozent der rund 3.800 Geistlichen, darunter 22 Priesterinnen.
Fotos: Julian Weckerle