Monatelange Vorbereitungen gingen dem Jugendtag voraus. Ein Kernteam von rund 50 Jugendlichen und Jugendleitern plante die Veranstaltung, während vor Ort etwa 130 Helferinnen und Helfer für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Schon am Freitag begann der Aufbau in und um die Sporthallen Bühl 1 und 2. Ein Flügel, Bühnen- und Veranstaltungstechnik wurden angeliefert und teilweise bis in die Nacht hinein aufgebaut. Zusätzlich standen rund 80 Sitzsäcke der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland bereit und sorgten an vielen Orten für eine entspannte Atmosphäre.
Kirche gemeinsam weiterdenken
Nach den letzten Aufbauarbeiten sowie den Generalproben von Chor und Orchester wurde der Jugendtag am Samstagnachmittag offiziell eröffnet.
Einen ersten inhaltlichen Höhepunkt bildete die Podiumsdiskussion unter dem Titel „Meine Kirche in 10 Jahren“. Gemeinsam mit Apostel Jürgen Loy, Bischof Matthias Grauer und drei Jugendlichen wurde darüber gesprochen, welche Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen junge Menschen mit ihrer Kirche verbinden. Dabei standen insbesondere die Perspektiven der Jugend und die Frage nach der zukünftigen Gestaltung kirchlichen Lebens im Mittelpunkt.
Anschließend konnten die Teilnehmer des Jugendtags aus einem vielfältigen Angebot wählen. Workshops, Kreativangebote, eine Schachstraße, Kapla-Steine sowie Gesellschaftsspiele luden zum Mitmachen ein. Sportlich Aktive kamen in der Sporthalle auf ihre Kosten, während das Jugendhaus mit Chill-out-Bereichen und Tischkicker Raum für Begegnungen und Gespräche bot.
Besonderen Zuspruch fanden die Gebetswand sowie die „Faith over Fear“-Post-its, auf denen Gedanken, Sorgen, Hoffnungen und Glaubensimpulse festgehalten werden konnten und die am Sonntag Teil des Altarschmucks wurden.
Gemeinschaft bis in den Abend
Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Zum Mittagessen gab es Linsen mit Spätzle und Saitenwürstchen, am Abend wurden Hotdogs serviert.
Den Abschluss des Tages bildete ein fröhlicher Karaokeabend mit alkoholfreien Cocktails. Während die Jugendlichen den Abend genossen, liefen bereits die Vorbereitungen für den Gottesdienst am Sonntag. Zahlreiche Helfer gestalteten die Halle über Nacht um und schufen einen würdigen Rahmen für den geistlichen Höhepunkt des Wochenendes.
„Geist der Kraft, Liebe und Besonnenheit“
Der Sonntag begann mit einem gemeinsamen Ankommen bei Kaffee, Brezeln und Hefezopf. Anschließend feierten die Jugendlichen mit Apostel Jürgen Loy den Gottesdienst. Rund 200 Mitwirkende aus Chor und Orchester gestalteten diesen musikalisch und verliehen ihm einen festlichen Rahmen.
Das Bibelwort aus 2. Timotheus 1,7 bildete die Grundlage für den Jugendgottesdienst:
„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“
Mit einem einfachen, zugleich eindrucksvollen Impuls eröffnete Apostel Loy seine Predigt: Auf jedem Platz lag ein beklebtes „Duplo“. Eine der Botschaften lautete: „DU bist wertvoll.“ Damit stellte er den Jugendlichen zu Beginn eine stärkende Zusage voran: Du bist von Gott geliebt, du bist wertvoll. So knüpfte er unmittelbar an die Lebensverhältnisse vieler junger Menschen an. Der Einfluss sozialer Medien sowie Unsicherheiten durch gesellschaftliche Entwicklungen und Krisen können Ängste hervorrufen und Menschen verunsichern. Vor diesem Hintergrund erinnerte der Apostel an die Worte des Paulus an Timotheus: Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Dabei betonte der Apostel, dass Gottes Kraft nicht bedeute, immer stark sein zu müssen. Sie zeige sich oft gerade dann, wenn Menschen ihre Schwäche eingestehen und auf Gottes Hilfe vertrauen. Die Liebe Gottes schenke jedem Menschen Wert und Orientierung, unabhängig von Leistung oder Anerkennung. Besonnenheit helfe wiederum dabei, in einer schnellen und lauten Welt innezuhalten, zu prüfen und Entscheidungen aus Glauben statt aus Angst zu treffen.
Zugleich erinnerte er daran, dass Glauben durch Vorbilder weitergegeben wird. Eltern, Großeltern, Seelsorger und Glaubensgeschwister könnten durch ihre Erfahrungen Mut machen und helfen, den eigenen Glauben immer wieder neu zu entfachen.
Ein besonderer Moment des Gottesdienstes war die Feier des Heiligen Abendmahls für Entschlafene. Sie stand im Zeichen des Gedenkens an eine Jugendliche, die wenige Tage vor dem Jugendtag verstorben war, sowie an viele junge Menschen, die ihr Leben bereits in jungen Jahren verloren haben.
Dank für großes Engagement
Nach dem Gottesdienst kamen die Jugendlichen bei Maultaschen mit Kartoffelsalat, Kaffee und Kuchen sowie einer Candybar noch einmal miteinander ins Gespräch. Weitere Angebote wie offenes Singen, die Bibelecke, Kreativangebote und Sportmöglichkeiten rundeten das Wochenende ab, bevor ein gemeinsamer Abschluss den offiziellen Schlusspunkt setzte. Einige Teilnehmer nutzten anschließend die Gelegenheit, bei einer Afterparty im Jugendhaus die gemeinsamen Erlebnisse ausklingen zu lassen.
Der Jugendtag „Faith over Fear“ machte deutlich, wie lebendig Kirche sein kann, wenn junge Menschen Glauben gemeinsam erleben, Fragen stellen, Gemeinschaft pflegen und Zuversicht aus dem Evangelium schöpfen. Ein besonderer Dank gilt den zahlreichen Helferinnen und Helfern, deren Einsatz dieses Wochenende überhaupt erst möglich gemacht hat.
Fotos: Felix Dinkelacker, Nico Eberle, Julian Weckerle, Mona Wolpert