07.10.2026

Ökumene gestalten: Vom Schöpfungstag bis Rom

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Vom ökumenischen Tag der Schöpfung über die Vollmitgliedschaft der Neuapostolischen Kirche in der ACK Deutschland bis zu ökumenischen Begegnungen im Vatikan: Apostel Arne Herrmann berichtet von wichtigen Entwicklungen im christlichen Miteinander.

  • 18 kirchenleitende Vertreterinnen und Vertreter trafen sich in Berlin
    < 18 kirchenleitende Vertreterinnen und Vertreter trafen sich in Berlin >
  • und unterzeichneten die revidierte Charta Oecumenica.
    < und unterzeichneten die revidierte Charta Oecumenica. >
  • Am "Ökumenischen Tag der Schöpfung" beteiligen sich jedes Jahr auch neuapostolische Kirchengemeinden.
    < Am "Ökumenischen Tag der Schöpfung" beteiligen sich jedes Jahr auch neuapostolische Kirchengemeinden. >
  • Mitte September 2026 fand in Berlin ein ökumenischer Gottesdienst statt.
    < Mitte September 2026 fand in Berlin ein ökumenischer Gottesdienst statt. >
  • Anlass war die Aufnahme der Neuapostolischen Kirche als Vollmitglied in die ACK Deutschland.
    < Anlass war die Aufnahme der Neuapostolischen Kirche als Vollmitglied in die ACK Deutschland. >
  • Die Predigt hielt Ernst-Wilhelm Gohl, der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg.
    < Die Predigt hielt Ernst-Wilhelm Gohl, der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg. >
  • Ein kleiner Chor umrahmte den Gottesdienst.
    < Ein kleiner Chor umrahmte den Gottesdienst. >
  • Apostel Arne Herrmann (in der Mitte) freute sich über das große Vertrauen der anderen Mitgliedskirchen.
    < Apostel Arne Herrmann (in der Mitte) freute sich über das große Vertrauen der anderen Mitgliedskirchen. >
  • Einstimmig hatten diese der Aufnahme der Neuapostolischen Kirche als Vollmitglied zugestimmt.
    < Einstimmig hatten diese der Aufnahme der Neuapostolischen Kirche als Vollmitglied zugestimmt. >
  • Der ökumenische Gottesdienst fand in der neuapostolischen Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg statt.
    < Der ökumenische Gottesdienst fand in der neuapostolischen Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg statt. >
  • Apostel Arne Herrmann sprach ein bewegendes Gebet.
    < Apostel Arne Herrmann sprach ein bewegendes Gebet. >
  • Apostel Arne Herrmann (2. von links) und Bischof Matthias Grauer (rechts) vertreten die Neuapostolische Kirche in der ACK Deutschland.
    < Apostel Arne Herrmann (2. von links) und Bischof Matthias Grauer (rechts) vertreten die Neuapostolische Kirche in der ACK Deutschland. >
  • Blick vom Vatikan aus über Rom.
    < Blick vom Vatikan aus über Rom. >
  • Ende September besuchten Vertreter der Neuapostolischen Kirche verschiedene Stationen im Vatikan.
    < Ende September besuchten Vertreter der Neuapostolischen Kirche verschiedene Stationen im Vatikan. >
  • Apostel Arne Herrmann (2. von links) gab spontan ein kurzes Interview für Radio Vatikan.
    < Apostel Arne Herrmann (2. von links) gab spontan ein kurzes Interview für Radio Vatikan. >
  • Gemeinsam besuchten die Vertreter der Neuapostolischen Kirche eine Generalaudienz des Papstes.
    < Gemeinsam besuchten die Vertreter der Neuapostolischen Kirche eine Generalaudienz des Papstes. >
  • Zudem stand ein Besuch des Dikasteriums für Evangelisierung auf dem Programm.
    < Zudem stand ein Besuch des Dikasteriums für Evangelisierung auf dem Programm. >
  • Ebenso standen Gespräche im Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen im Mittelpunkt der Reise.
    < Ebenso standen Gespräche im Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen im Mittelpunkt der Reise. >

Apostel Arne Herrmann engagiert sich seit vielen Jahren in der ökumenischen Arbeit der Neuapostolischen Kirche. Er ist Ökumene-Referent der Neuapostolischen Kirche International (NAKI) und vertritt die Kirche gemeinsam mit Bischof Matthias Grauer als Delegierter in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland. In dieser Funktion pflegt er den Dialog mit anderen Konfessionen und begleitet ökumenische Kontakte auf nationaler und internationaler Ebene. Im Interview spricht er über Vertrauen, gemeinsame Verantwortung und die Chancen eines lebendigen ökumenischen Dialogs.

Ökumenischer Tag der Schöpfung

Welcher Gedanke steht hinter dem Ökumenischen Tag der Schöpfung?

Die „Schöpfungsbewahrung“ ist ein zentrales ökumenisches Anliegen. Die Mitgliedskirchen in der ACK haben sich darauf verständigt, dieses Thema voranzutreiben und gemeinsam durch entsprechende Aktionen zu untermauern. Eine große Aktion ist ein jährlich stattfindender zentraler Tag der Schöpfung, der durch die ACK jedes Jahr an einem anderen Ort mit einem besonderen Gottesdienst und weiteren Aktionen gefeiert wird. Es gibt für diesen Tag ein spezielles Motto das Thema Schöpfung betreffend. Dadurch soll in Erinnerung gerufen werden, dass wir als Christen Verantwortung tragen, eben auch für die Schöpfung. Die zentrale Veranstaltung ist eine Leuchtturmaktion. Es gibt aber auch zusätzlich auf regionaler und lokaler Ebene ganz viele Aktivitäten innerhalb der ACKs und christlichen Gemeinden, die im Rahmen schöner Projekte und Aktivitäten – oder auch im Rahmen gemeinsamer Gottesdienste – das Thema feiern. 

Wann findet dieser Tag immer statt und wie lautete das Motto 2026?

Der Ökumenische Tag der Schöpfung findet jedes Jahr am ersten Freitag im September statt. In diesem Jahr fiel der Tag auf den 4. September 2026. Die zentrale Feier fand in Marburg statt. Das diesjährige Motto lautete: „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ (Hiob 38,18). Damit hat die ACK Deutschland in diesem Jahr die Frage nach dem menschlichen Wissen über die Schöpfung und die Verantwortung im Umgang mit ihr in den Mittelpunkt gerückt.

Inwieweit beteiligt sich die Neuapostolische Kirche an diesem Tag?

Wir sind als Mitgliedskirche in der ACK Deutschland bei dem zentralen Gottesdienst dabei, in diesem Jahr vertreten durch Bischof Matthias Grauer (Apostelbereich Stuttgart) und Bischof Marco Metzger (Apostelbereich Heilbronn/Nürnberg). Das heißt, wir zeigen Präsenz und gestalten den Gottesdienst auch aktiv mit, wenn wir dazu eingeladen werden. Darüber hinaus beteiligt sich die Neuapostolische Kirche an ganz vielen Projekten, die von den örtlichen ACKs gestaltet werden. Zum Beispiel an Baumpflanzaktionen. Manchmal wird ein Flussbett von Müll befreit. Und es werden ökumenische Gottesdienste gefeiert. Also, da gibt es zahlreiche schöne Aktivitäten.

Treffen der ACK Deutschland in Berlin

Für den 15. und 16. September 2026 hatte die ACK Deutschland zu besonderen Veranstaltungen nach Berlin eingeladen. Was stand im Mittelpunkt dieser Veranstaltungen?

Es gab zwei besondere Anlässe: zum einen die Unterzeichnung der revidierten Charta Oecumenica durch die Mitgliedskirchen der ACK und zum anderen der ökumenische Gottesdienst anlässlich der Aufnahme der Neuapostolischen Kirche als Vollmitglied in die ACK Deutschland.

Was ist die Charta Oecumenica?

Ich versuch es ganz einfach zu erklären: die Charta Oecumenica ist ein bisschen wie eine Verfassung, die die ökumenische Zusammenarbeit der Kirchen in Europa regelt. Sie hat aber keinen kirchenrechtlich bindenden oder dogmatischen Charakter. Also sie ist eher eine Selbstverpflichtung. Es geht darum, Orientierung zu verschiedenen Themen zu geben. Dazu gehört das gemeinsame Zeugnis des Evangeliums in der Welt. Die Zahl der Konfessionslosen steigt in unserem Land, insofern ist das ein Thema, dass alle Konfessionen gleichermaßen bewegt. Es geht auch um den Dialog über den christlichen Glauben hinaus. Um den Dialog mit Juden und dem Islam. Es geht um Frieden und Gerechtigkeit. Es geht um die Bewahrung der Schöpfung. Das alles sind Themen, die aus Sicht des christlichen Glaubens wichtig sind. 

Was ist in der revidierten Fassung von 2025 neu hinzugekommen?

Die ursprüngliche Fassung war von 2001. Die Mitgliedskirchen der ACK haben sie auf dem 1. Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 angenommen. Neu hinzugekommen ist 2025 das Thema „Junge Menschen“. Also, wie kann Kirche wieder junge Menschen erreichen und beteiligen. Weiteres großes Thema, auch in unserer Gesellschaft, ist das Thema „Migration“. Und dann das Thema „Neue Technologien und KI“. Wie geht Gesellschaft, wie gehen auch wir als Christen, mit diesen neuen Technologien um?

Wie positioniert sich die Neuapostolische Kirche zur Charta Oecumenica in der revidierten Fassung von 2025?

Wir haben uns diese genau angeschaut, auch gemeinsam mit dem Stammapostel und den zuständigen Bezirksaposteln in Deutschland und der Schweiz. Das ist das europäische Gebiet, für die die Charta gilt. Und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir als Neuapostolische Kirche zu den Werten und zu dem, was zum Ausdruck gebracht wird, stehen und dass wir dieses Dokument unterzeichnen können.

Jetzt ist die Neuapostolische Kirche als Vollmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen worden. Wie kam es dazu?

Letztlich war das ein logischer Schritt nach einer langen Entwicklung, wenn man so will. Das ganze Thema ökumenisches Engagement begann in unserer Kirche vor fast 30 Jahren. Unter dem damaligen Stammapostel Richard Fehr wurden erste Projektgruppen gebildet, die sich damit befasst haben. Es gab viele Gespräche. Man näherte sich an, Vertrauen wurde aufgebaut. 2019 wurden wir Gastmitglied in der ACK Deutschland. Und jetzt eben Vollmitglied, was letztlich vor allem bedeutet, dass wir drei Stimmrechtssitze in der Delegiertenversammlung haben. Das heißt, als Gastmitglied hatten wir keine Stimme bei Entscheidungen und Abstimmungen in der Delegiertenversammlung, sondern nur eine beratende Funktion. 

Welche Schritte waren notwendig, um Vollmitglied der ACK Deutschland zu werden?

Wir waren schon Gastmitglied. Insofern waren alle theologischen Themen im Vorfeld bereits geklärt. Sonst wären wir gar nicht Beobachter oder Gastmitglied gewesen. Die Vollmitgliedschaft haben wir dann beim Vorstand der ACK beantragt. Dieser hat uns angehört. Das war im letzten Jahr. Wir waren mit einer kleinen Delegation unserer Kirche in Frankfurt und haben darüber gesprochen, warum wir Vollmitglied werden möchten. Wir haben auch noch mal über ein paar theologische Feinheiten gesprochen. Und der Vorstand hat dann zugestimmt, dass das formale Aufnahmeverfahren aufgenommen werden kann. 

Dann erfolgte im nächsten Schritt die Zustimmung der Delegierten aller Mitgliedskirchen in der Delegiertenversammlung. 

Und in einem dritten Schritt, das war dann die längste Phase, wurden alle Mitgliedskirchen befragt. Das muss man sich so vorstellen: es sind viele Kirchen in der ACK vertreten. Und viele haben einen synodalen Weg, solche Entscheidungen zu treffen. Das heißt, da müssen nicht nur die Delegierten abstimmen, sondern unterschiedliche Gruppen, die Kirchenleitung, weitere Kirchenvertreter, die Gemeinden vor Ort werden angehört. Und deshalb dauert diese Phase auch sehr lange. In unserem Fall fast ein Jahr. Wir wurden dann einstimmig als Vollmitglied angenommen. Also, es gab keine Gegenstimme! Und das ist ein schönes Zeichen und Ausdruck des Vertrauens, das in all diesen Jahren aufgebaut wurde.

Wie wurde die Aufnahme der Neuapostolischen Kirche als Vollmitglied der ACK in Berlin gefeiert?

Es gab einen ökumenischen Gottesdienst in der Neuapostolischen Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg. Also kein Gottesdienst, den wir als Sakramentsgottesdienst feiern, sondern ein Gottesdienst unter Beteiligung unterschiedlicher Mitgliedskirchen. Dazu gehörte die anglikanische Kirche, vertreten durch Reverend Christopher Easthill, der auch Vorsitzender der ACK Deutschland ist. Ernst-Wilhelm Gohl, der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg, hat die Predigt gehalten. Ich habe das Eingangsgebet und einige Dankesworte gesprochen. Es gab auch Fürbitten durch weitere Beteiligte. Das Ganze wurde musikalisch von einigen Musikern und Musikerinnen aus Berlin umrahmt. Und dann gab es eben auch den Teil, in dem wir als Vollmitglied aufgenommen wurden. Also, ein wirklich schönes Fest und ein schöner und würdiger ökumenischer Gottesdienst, den wir dort feiern durften.

Welche Eindrücke haben Sie aus Berlin mitgenommen? 

Eine große Dankbarkeit in meinem Herzen. Das hat mich schon sehr bewegt, einfach dieses Vertrauen zu spüren, das von den anderen Brüdern und Schwestern aus den vielen Mitgliedskirchen da ist. Das war nicht immer so in der Geschichte. Das war ein langer Weg der Annäherung. Und es hat mich auch sehr für diejenigen gefreut, die das Thema Ökumene in unserer Kirche als Pioniere vorangetrieben haben. Zu nennen sind da unter anderem Apostel i.R. Volker Kühnle und Bischof i.R. Peter Johanning, die auch im ökumenischen Gottesdienst dabei waren und diesen Dank entgegennehmen konnten. Das war für mich ebenfalls sehr wichtig und sehr bewegend.

Reise in den Vatikan 

Vom 22. bis 23. September 2026 sind Sie mit einer kleinen Delegation nach Rom gereist. Was ist das für ein Format, wie lange gibt es das schon.

Dieses Format, dass wir einmal im Jahr nach Rom zu ökumenischen Gesprächen reisen, gibt es schon seit vielen Jahren. Wir besuchen den Vatikan und hier und da auch andere thematisch passende Stellen. Beispielsweise waren wir vor einigen Jahren auch beim deutschen Botschafter am Heiligen Stuhl und auch beim österreichischen Botschafter. Eine wiederkehrende Anlaufstelle ist die Kurie. Diese umfasst neben dem Staatssekretariat verschiedene Dikasterien. Das sind sozusagen die Ministerien des Vatikans. Das „Dikasterium für die Förderung der Einheit der Christen“ ist das Ökumene-Dikasterium, wenn man so will. Dort haben wir einen Ansprechpartner. Das ist Pater Augustinus Sander OSB, zu dem wir ein freundschaftliches und vertrauensvolles Verhältnis pflegen. Mit ihm sprechen wir jedes Jahr über Entwicklungen in der Ökumene in unserer Kirche, aber auch in der katholischen Kirche, wo sich ja immer was bewegt. Manchmal tauschen wir uns auch über theologische Themen aus: wie sehen wir das, wie sieht das die katholische Kirche. Und das sind immer sehr schöne und bereichernde Gespräche.
Nach Möglichkeit besuchen wir auch weitere Anlaufstellen. In diesem Jahr waren das beispielsweise Radio Vatikan und das „Dikasterium für die Evangelisierung“. Das war sehr spannend.

Wie kam es dazu, dass Radio Vatikan Teil Ihres Programms in Rom war?

Radio Vatikan hat uns persönlich einfach interessiert. Denn das ist ein sehr, sehr altes Radioformat, das dazu dient, die Botschaften des Papstes in die Welt zu tragen. Und das war sehr beeindruckend, in wie vielen Sprachen das gelingt! Wie viele Redakteure dort beteiligt sind und das Ganze übersetzen. Und wir haben uns natürlich auch über unsere Kirche ausgetauscht. Schon in der Vergangenheit wurde immer mal wieder über Vatican News – das ist das zentrale Nachrichten- und Informationsportal des Vatikans – und im Radio Vatikan im Rahmen der Ökumene über die Neuapostolische Kirche berichtet. Ich hatte dann spontan die Gelegenheit, ein kurzes Interview für Radio Vatikan zu geben. Das hat uns natürlich gefreut, weil es eine Wertschätzung bedeutet, dass wir dort live ein Interview geben durften.

Sie haben erstmals das „Dikasterium für Evangelisierung“ besucht. Worum ging es?

Dieses Dikasterium beschäftigt sich mit der Frage, wie es gelingt, die christliche Botschaft – das Evangelium von Jesus Christus – in aller Welt zu verkünden und Menschen mit dem Glauben vertraut zu machen. Ein Teilbereich davon ist die sogenannte Erwachsenenkatechese, also die religiöse Bildung, Begleitung und Glaubensvertiefung für erwachsene Menschen im christlichen, vor allem katholischen Kontext Wie können Erwachsene aus kirchenfernen Strukturen an den christlichen Glauben herangeführt werden? Wie werden sie begleitet? Und wie kann dies auf Ortsebene erfolgen? Wir fragen uns dann natürlich auch immer, was wir als Neuapostolische Kirche daraus für uns ableiten können. 

Welche Themen standen beim Besuch des „Dikasteriums für die Förderung der Einheit der Christen“ auf der Agenda?

Wir haben über den Stammapostelwechsel an Pfingsten 2026 berichtet. Dann natürlich über die Vollmitgliedschaft in der ACK Deutschland und die Ratifizierung der Charta Oecumenica in Berlin. Einfach, was in unserer Kirche so passiert ist. 

Pater Augustinus hat dann seinerseits einige Fragen mitgebracht, beispielsweise zum Thema Entschlafenenwesen. Darunter versteht die Neuapostolische Kirche ihren Dienst für Verstorbene und den Glauben, dass auch sie Zugang zu Gottes Heil haben. Daher werden für Verstorbene in besonderen Gottesdiensten die Sakramente Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung und Heiliges Abendmahl stellvertretend an Lebenden vollzogen. 

Und das zweite Thema war unser Abendmahlsverständnis. Insbesondere hat Pater Augustinus interessiert, wie das bei Krankenbesuchen funktioniert: wie lange die Hostie ausgesondert bleibt oder ob sie noch mal ausgesondert werden muss.

Eine spannende Frage! Wie lautet die Antwort?

Wir kennen die schöne Praxis, dass auch Kranke, die nicht die Gottesdienste besuchen können, Seelsorgebesuche empfangen und dass im Rahmen dieser Seelsorgebesuche auch Heiliges Abendmahl gefeiert werden kann. Und da gibt es tatsächlich zwei Möglichkeiten:

In der Regel, das praktiziere ich auch selbst, wird die ganze Abendmahlsliturgie noch mal vor Ort vorgenommen. Das beinhaltet das Unser-Vater-Gebet, die Sündenvergebung und die Aussonderung und Feier des Heiligen Abendmahls. 

Aber es kann auch mal sein, dass die gesamte Abendmahlsliturgie beispielsweise aus Zeitgründen nicht vollzogen werden kann. Und dann besteht eben die Möglichkeit, eine schon ausgesonderte Hostie aus dem Gottesdienst mitzunehmen. Die muss dann nicht noch mal ausgesondert werden, sondern wird dann durch den Priester vor Ort einfach dargereicht.

Wie geht es weiter? Wie ist man auseinandergegangen?

Wir haben im „Dikasterium für die Förderung der Einheit der Christen“ einen neuen Termin für November 2027 vereinbart. Das ist noch gut ein Jahr hin. Aber das ist uns einfach wichtig! Und bis dahin wird es sicherlich wieder viele spannende Themen geben.

Was war Ihr persönliches Highlight der Romreise?

Letztlich sind die Gespräche alle Highlights, weil es immer bereichernd ist, über den Glauben zu sprechen und unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen. 

Beeindruckend finde ich in Rom auch immer, diese Stimmung vor Ort. Diese fühlbare Frömmigkeit. Um ein Beispiel zu nennen: wir haben die Generalaudienz des Papstes besucht, die in der Regel immer Mittwochvormittag stattfindet. Da kommen fast jede Woche zwischen 20.000 und 30.000 Menschen – und zwar immer andere Menschen. Also, das ist einfach interessant, das auf dem Petersplatz zu sehen: wie ganz viele Menschen, ganz viele Gläubige zusammenkommen und sich von der Botschaft des Papstes inspirieren lassen. 

Zum Interview auf Radio Vatikan

Zur Website der ACK Deutschland

Fotos:
„Pflänzchen in Händen“ – Gustav – stock.adobe.com
„Vatican News“ – Ralf – stock.adobe.com
“Menschen auf dem Petersplatz in Rom“ – Depe – stock.adobe.com
„Blick vom Vatikan aus über Rom“ – sborisov – stock.adobe.com
„Gruppenfotos Charta Oecumenica vor Gebäude“ – Jens Haverland – ACK Deutschland
„Ratifizierung Charta Oecumenica“ – Jörg Farys – ACK Deutschland 
„Gottesdienst anlässlich der Aufnahme der NAK in die ACK Deutschland“ – Jens Lange, NAK Nord- und Ostdeutschland
„Gruppenfotos Rombesuch“ – Arne Herrmann, NAK Süddeutschland 

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