Ein vertrauter Ort erhält neues Leben
Kirchen sind Orte der Begegnung, der Hoffnung und des Miteinanders. Auch das Gebäude in der Bienwaldstraße 36 hat über viele Jahre Menschen zusammengeführt und Gemeinschaft ermöglicht. Nun beginnt dort ein neues Kapitel.
Mit dem Forum K entsteht in der Karlsruher Nordweststadt die erste dauerhafte Adresse für Kinderrechte in Deutschland. Das ehemalige Kirchengebäude wird zu einem Ort, an dem Kinder und Jugendliche gehört, gestärkt und beteiligt werden.
Träger des Projekts ist die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel. Die Neuapostolische Kirche Süddeutschland begleitet das Vorhaben als Bauherr und Projektpartner. Mit einer auf 20 Jahre angelegten Nutzungsvereinbarung haben beide Partner die Grundlage für eine langfristige Nutzung des Gebäudes geschaffen.
Verantwortung, die bleibt
Die Idee, dem ehemaligen Kirchenstandort eine neue gesellschaftliche Aufgabe zu geben, geht maßgeblich auf Bezirksapostel i. R. Michael Ehrich zurück. Sein Anliegen war es, das Gebäude auch über seine kirchliche Nutzung hinaus für die Menschen vor Ort zu bewahren.
Beim Baustellenfest sagte er: „Mich hat von Beginn an überzeugt, dass dieses Gebäude nicht einfach nur umgenutzt wird, sondern eine neue Aufgabe erhält, die zu seinem Charakter passt: Menschen zusammenbringen, Orientierung geben und Verantwortung fördern. Dass daraus ein offener Ort für Kinderrechte und Kinderschutz wird, ist eine starke und glaubwürdige Weiterentwicklung dieses Ortes.“
Damit verbindet sich ein Gedanke, der weit über den Umbau eines Gebäudes hinausgeht: Verantwortung endet nicht an den Türen einer Kirche. Sie zeigt sich auch darin, wie vorhandene Ressourcen genutzt werden können, um Menschen zu unterstützen und Zukunft zu gestalten.
Ein Haus, das Kindern eine Stimme gibt
Ab Mitte 2027 soll das Forum K ein Ort zum Lernen, Mitmachen, Entdecken und Begegnen werden. Geplant sind Workshops, Mitmachausstellungen, Fachtage und Kongresse ebenso wie Kreativ- und Bewegungsräume. Auch neue Medienformate sollen entstehen, in denen Kinder und Jugendliche ihre Sichtweisen einbringen können.
Das Angebot richtet sich nicht nur an junge Menschen, sondern auch an Schulen, Fachkräfte, Politik, Medien und gesellschaftliche Initiativen. So entsteht ein Ort, an dem Wissen vermittelt, Bewusstsein geschaffen und gemeinsames Engagement für Kinderrechte gefördert wird.
Von Anfang an mitgestaltet
Besonders wichtig ist dabei ein Grundsatz: Kinder und Jugendliche sollen nicht nur Adressaten des Projekts sein, sondern aktiv daran mitwirken.
Deshalb wurden bereits in der Konzeptphase junge Menschen beteiligt. Schülerinnen und Schüler der Ernst-Reuter-Schule Karlsruhe sowie Teilnehmer einer Online-Befragung brachten ihre Ideen, Wünsche und Erwartungen ein. Ihre Perspektiven prägen das Forum K von Beginn an.
Aus Gemeinschaft wächst Zukunft
Mit dem Umbau verändert sich die Nutzung des Gebäudes grundlegend. Auf rund 600 Quadratmetern entsteht ein offener Begegnungs- und Lernort für Kinderrechte und Kinderschutz.
Für die Neuapostolische Kirche Süddeutschland ist dies mehr als eine neue Verwendung eines ehemaligen Kirchengebäudes. Es ist die Chance, einen vertrauten Ort langfristig mit neuer Bedeutung zu füllen. Dort, wo früher Glaubensgemeinschaft erlebt wurde, soll künftig Verantwortung für Kinder sichtbar werden. Aus einem Ort der Gemeinschaft wächst ein Ort der Hoffnung, der Beteiligung und des Schutzes für kommende Generationen.
Foto: © Micha Roth