Erwartet worden war an diesem Tag Bezirksapostel Martin Rheinberger. Er sollte Apostel Volker Kühnle und seiner Ehefrau den Segen zum 50-jährigen Ehejubiläum spenden. Stattdessen betrat Stammapostel Helge Mutschler das Kirchenschiff. Er diente der Kirchengemeinde mit einem Wort aus Römer 8, 15: „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!“
Die Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch
Der Stammapostel fragte danach, welcher Art unsere Beziehung zu Gott sei. Apostel Paulus spreche in diesem Bibelwort zwei Denkrichtungen an. Eine Beziehung wie zwischen Sklave und Herrn und eine Beziehung wie zwischen Kind und Vater.
Die Beziehung zwischen Sklave und Herrn ist geprägt von Angst. Der Sklave:
- muss still sein und darf keine Fragen stellen
- lebt in Angst vor Strafe
- hat keine Besitztümer
- wird nichts erben
- wird kaum jemand in Erinnerung bleiben
Die Beziehung zwischen Kind und (einem guten) Vater ist dagegen von Vertrauen geprägt. Das Kind:
- darf alles fragen und sagen
- muss keine Angst haben
- erbt alles, wenn die Eltern sterben
- trägt den Namen der Eltern
- wird mit seinem Namen in Erinnerung bleiben
Abba – lieber Vater, Väterchen, Papa
Im Anschluss ging der Stammapostel auf das Wort "Abba" im Bibelwort ein. Dieses altaramäische Wort könne man kaum übersetzen. Es werde mit "lieber Vater" übersetzt. Manche würden "Väterchen" sagen und Kinder würden vielleicht "Papa" sagen.
Und genau das sei das Verhältnis zwischen Gott und Mensch. "Du bist nicht Sklave, du bist freies Kind", so der Stammapostel. Dieses Verhältnis zwischen Mensch und Gott sei eine Vorstufe des Himmels und erfülle Sehnsüchte. Zum Beispiel die Sehnsucht danach geliebt zu sein, einfach sein zu dürfen und zu erleben: „Ich habe einen Platz im Leben“.
Der Stammapostel beschloss die Predigt mit den Worten: „Ich wünsche dir, dass du erleben kannst, dass du einen Vater im Himmel hast. Dass du nicht alleine bist. Dass dieser Vater neben dir sitzt. Wenn du aufwachst und schwere Probleme in deiner Seele hast. Er ist dann bei dir.“
Bezirksapostel Martin Rheinberger sowie Apostel Jürgen Loy aus Stuttgart wurden jeweils um einen Predigtbeitrag gebeten.
Segen zum goldenen Hochzeitsjubiläum
Kurz vor Ende des Gottesdienstes erhielt das Jubelpaar den Segen zum Hochzeitsjubiläum. Der Stammapostel leitete die Segenshandlungen mit Zitaten aus den Lieblingspsalmen 100 und 103 des Ehepaars sein. In diesen beiden Psalmen würde ein herrliches Gottesbild beschrieben: "Gott ist freundlich" und "vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat".
Der Stammapostel dankte den beiden, die so unglaublich viel für den lieben Gott getan hätten. Beide jeweils an ihrem Platz und auf vielen verschiedenen Ebenen. Dieses kompromisslose Einstehen für Gott, den Vater, verbinde das Ehepaar. Heute sei es nun an der Zeit, dass sie wieder Segen von Gott empfangen.
Und anderem mit den Worten „Gott ist euer guter Vater im Himmel und er schenkt euch seinen Segen in aller Fülle. Er hat euch zusammengeführt. Von jeher wusste er, dass ihr zusammengehört. Und Funken seiner göttlichen Liebe hat er in euch hinein versenkt. Er hat euch begleitet und auch durch schwere Tage gemeinsam hindurchgeführt. Er schenke euch seine Kräfte und seine Liebe, seine Obhut, seinen Schutz, seinen Frieden, seine Weggeleitung, seine Freude des Himmels“, spendete der Stammapostel dem Ehepaar den Segen zur goldenen Hochzeit.