Rund 170 Gäste kamen im Lichthof des Badischen Gemeindeversicherungsverbandes (BGV) in Karlsruhe zusammen. Neben Mitgliedern der neuapostolischen Kirche nahmen zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und anderen christlichen Konfessionen an der Veranstaltung teil. Umrahmt wurde der Abend durch ein kleines Instrumentalensemble.
Nach der musikalischen Eröffnung begrüßte Jürgen Schmitz, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes des BGV, als Hausherr die Anwesenden. Michael Ehrich, ehemaliger Präsident der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland, hieß die Gäste im Namen der Kirche herzlich willkommen. Als besondere Ehrengäste des Abends begrüßte er den Unternehmer Prof. Reinhold Würth sowie Prof. Hans-Jörg Bullinger, ehemaliger Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.
Grußworte von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup
Ein Grußwort sprach anschließend Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. Er würdigte die Neuapostolische Kirche als engagierten Teil des gesellschaftlichen Lebens und dankte Bezirksapostel i.R. Ehrich für seinen wichtigen Beitrag zum Miteinander in Karlsruhe. Er habe die Neuapostolische Kirche in den vergangenen Jahren als eine sich sehr öffnende Kirche erlebt. An den neuen Bezirksapostel Martin Rheinberger gewandt sagte der Oberbürgermeister, er wünsche sich auch unter dem neuen Kirchenpräsidenten eine gute Zusammenarbeit. Konkret griff er den „Rat der Religionen“ heraus, der gerade in der Stadt Karlsruhe etabliert wird. Der Oberbürgermeister machte deutlich, dass er sich gut vorstellen könne, die Neuapostolische Kirche als eine aktive und gesellschaftlich sehr engagierte große Gemeinde miteinzubeziehen.
Vortrag von Rüdiger von Fritsch
Den inhaltlichen Höhepunkt des Abends bildete der Gastvortrag von Rüdiger von Fritsch, dem ehemaligen deutschen Botschafter in Warschau und Moskau. Unter dem Titel „Welt im Umbruch – Perspektiven für Europa“ beleuchtete er die aktuellen geopolitischen Entwicklungen und ordnete die Interessen sowie Herausforderungen der großen Weltmächte ein. Zugleich zeigte er auf, wie sich die internationale Ordnung verändert hat und welche Chancen sich daraus für Europa ergeben können.
Er erinnerte daran, dass es auch in der Vergangenheit bereits große Krisen gegeben habe, für die Lösungen gefunden worden seien. „Wir müssen daran glauben, dass wir für die Probleme von heute auch wieder Lösungen finden können,“ ermutigte Rüdiger von Fritsch die Zuhörer und verdeutlichte: „Wir brauchen, was Immanuel Kant die ,Pflicht der Zuversicht‘ genannt hat. Oder für uns Christen: Hoffnung.“ Die Gäste dankten ihm mit langanhaltendem Applaus.
In einem Interview für die Hörfunksendung der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland auf Bayern 2 ging Rüdiger von Fritsch noch einmal auf die Rolle der Christen ein und gab ganz persönliche Einblicke: „Ich habe versucht, mich davon leiten zu lassen und habe es als große Stärke und Ermutigung in vielen Situationen erlebt: nie die Hoffnung zu verlieren und immer in der Gewissheit zu leben, dass keiner von denen, die scheinbar so groß und übermächtig sind, das letzte Wort haben wird. Und sich immer getragen zu fühlen. Und auch beschenkt zu wissen.“ Anschließend appellierte er noch einmal: „Wir dürfen uns nicht von der Angst gefangen nehmen lassen, sondern wir müssen in dem leben, was uns der Glaube geschenkt hat: nämlich Zuversicht und Hoffnung!“
Geselliger Ausklang
Beim anschließenden Stehempfang bot sich den Gästen ausreichend Gelegenheit zum persönlichen Austausch. In entspannter Atmosphäre wurden bestehende Kontakte vertieft, neue geknüpft und Gespräche über die Impulse des Abends fortgeführt. Gerade an diesem sommerlich heißen Tag waren die bereitgestellten Erfrischungen besonders willkommen.
Unter den Gästen befanden sich auch zahlreiche ehemalige Bezirksapostel und Apostel, die bereits anlässlich des Stammapostelgottesdienstes am Vortag nach Karlsruhe gereist waren. So wurde die Veranstaltung einmal mehr zu einem Ort der Begegnung zwischen Kirche, Gesellschaft und öffentlichem Leben.
Fotos: CC. Spindler