01.07.2026

Einheit in der Vielfalt – auch in der Ökumene

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Ein Prozess, der vor über 25 Jahren begann, findet am heutigen Tag seinen Abschluss: Die Neuapostolische Kirche ist seit 1. Juli 2026 Vollmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland.

Die Vollversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland im Herbst 2025 in Köln. Die Vollversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland im Herbst 2025 in Köln.

Für diesen letzten Schritt des Aufnahmeverfahrens war eine Zustimmung der Kirchenleitungen aller 20 stimmberechtigten Mitgliedskirchen notwendig. Diese wurden einstimmig gegeben, sodass einer Vollmitgliedschaft nichts mehr im Wege stand. Den offiziellen Abschluss des Verfahrens bildet im September ein ökumenischer Gottesdienst in der Neuapostolischen Kirche Prenzlauer Berg in Berlin.

Dankbarkeit und große Freude

Apostel Arne Herrmann, ACK-Delegierter der Neuapostolischen Kirche in Deutschland, begrüßte die aktuelle Entscheidung mit großer Freude: „Nach der bisherigen Gastmitgliedschaft ist dies ein bedeutender Schritt, für den wir sehr dankbar sind. Im Namen unserer Kirche danke ich den Mitgliedskirchen der ACK für das Vertrauen, das sie uns mit ihrer Zustimmung entgegengebracht haben.“

Der Vorsitzende der ACK in Deutschland, Reverend Christopher Easthill, freute sich über die Aufnahme, mit der der Höhepunkt des von der Neuapostolischen Kirche eingeschlagenen ökumenischen Weges erreicht sei. Er betonte: „Gleichzeitig setzen wir den gemeinsamen ökumenischen Weg zur sichtbaren Einheit der Kirchen in einer noch größeren und gestärkten Gemeinschaft fort.“

Auch Apostel Arne Herrmann betonte, er verstehe die Vollmitgliedschaft als Ermutigung und Verpflichtung zugleich. „Zur versöhnten Einheit in der Vielfalt der Kirche Christi beizutragen – durch Begegnungen, Gespräche und gemeinsames ökumenisches Handeln auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene.“

25-jährige Kennenlernphase und Vorbereitungszeit

Maßgeblich am Prozess der Annäherung beteiligt war Apostel i.R. Volker Kühnle. Als Leiter der damaligen Arbeitsgruppe für interkonfessionelle Kontakte initiierte er bereits vor 25 Jahren erste Gespräche mit der ACK in Baden-Württemberg. Auch die erste Kirchengemeinde Deutschlands, die in einer ACK aufgenommen wurde, lag in süddeutschem Gebiet: 2006 wurde Memmingen in die ACK der Stadt Memmingen aufgenommen.

Als erstes Ergebnis der intensiven ökumenischen Gespräche veröffentlichte die ACK in Baden-Württemberg im Jahr 2008 eine Orientierungshilfe zum Umgang mit der Neuapostolischen Kirche. Diese Veröffentlichung ebnete wiederum den Einstieg in die Gespräche auf Bundesebene zwischen ACK und Neuapostolischer Kirche.

Der im Jahr 2012 erschienene Katechismus der Neuapostolischen Kirche, stellte erstmals die neuapostolische Glaubenslehre umfassend schriftlich dar. Damit diente er als Grundlage für intensiveren Austausch. Die Bemühungen führten schließlich im Jahr 2019 zur Gastmitgliedschaft der Neuapostolischen Kirche in der ACK in Deutschland.

Nach dem Ruhestand von Apostel Volker Kühnle, trieben weitere ACK-Delegierte wie Apostel Arne Herrmann, Bischof Peter Johanning (NAK Westdeutschland) sowie später Bischof Matthias Grauer den ökumenischen Austausch weiter voran. Im Herbst 2025 beantragten sie den Status der Vollmitgliedschaft für die Neuapostolischen Kirche. Mit der nun seit 1. Juli 2026 geltenden Vollmitgliedschaft wächst die Gemeinschaft der ACK auf 21 Mitgliedskirchen.

Foto: ACK Deutschland

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