30.06.2026

Zukunft braucht Herkunft

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Mit zwei persönlichen Schreiben hat sich der neue Bezirksapostel der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland, Martin Rheinberger, an seinem ersten offiziellen Arbeitstag an die Menschen gewandt, mit denen er künftig eng zusammenarbeiten wird: an die ehrenamtlichen Geistlichen der Gebietskirche sowie an die Mitarbeitenden des Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums (VDZ) in Stuttgart-Degerloch.

  • Bezirkapostel Martin Rheinberger hat sein neues Büro bezogen.
    < Bezirkapostel Martin Rheinberger hat sein neues Büro bezogen. >
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Maßstäbe für jedes geistliche Amt

Bereits einen Tag nach seiner Beauftragung zum Bezirksapostel und Präsidenten der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland K.d.ö.R. richtete Martin Rheinberger ein Schreiben an die rund 4000 Geistlichen der Gebietskirche. Im Mittelpunkt seiner Botschaft standen Worte Jesu aus dem 22. Kapitel des Lukasevangeliums. Sie verdeutlichen, dass sich geistliche Autorität nicht auf Macht, Stellung oder Einfluss gründet, sondern auf dienende Liebe. Jesus selbst habe dies vorgelebt, indem er seinen Jüngern diente.

Daraus leitete der neue Bezirksapostel den Maßstab für jedes geistliche Amt ab: Wer ein Amt trage, sei nicht über andere gestellt, sondern für andere da. Geistliches Führen zeige sich vor allem im Alltag – im geduldigen Zuhören, im tröstenden Besuch, im ehrlichen Mittragen von Sorgen und im aufrichtigen Interesse am Mitmenschen. Ziel allen Handelns sei es, den Geschwistern zu helfen, Gottes Nähe zu erfahren und jedem das Gefühl zu vermitteln: „Ich gehöre dazu.“ Sein Schreiben schloss mit dem Wunsch: „Möge uns der Herr helfen, in diesem Sinne zu dienen.“

Auch die rund 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums erhielten zum Dienstbeginn ihres neuen Vorgesetzten eine persönliche Nachricht. Sie übernehmen hauptamtlich Aufgaben, die die ehrenamtlichen Mitarbeitenden in den Gemeinden und Kirchenbezirken unterstützen und ergänzen.

Verweis auf den Philosophen Odo Marquard

In seinem Schreiben erinnerte Martin Rheinberger an ein Wort des damaligen Stammapostels Richard Fehr. Anlässlich des Bezugs des Verwaltungsgebäudes in der Heinestraße 29 am 14. Oktober 1988 hatte dieser den Bibelvers aus Psalm 84, Vers 5 gewählt: „Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar.“ Zugleich betonte er: „Auch dieses Verwaltungsgebäude ist ein Haus des Herrn.“

An diese Gedanken knüpfte der neue Bezirksapostel an. Seitdem seien fast vier Jahrzehnte vergangen, in denen sich vieles verändert habe: Mitarbeitende seien gekommen und gegangen, Arbeitsweisen, Prozesse und Kommunikationsmöglichkeiten hätten sich gewandelt. Veränderungen würden auch künftig zum Alltag gehören. Doch, so Rheinberger mit einem Verweis auf den Philosophen Odo Marquard, „Zukunft braucht Herkunft“. Deshalb sei es wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, woher man komme und was das gemeinsame Handeln präge. Das Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum sei damals wie heute „ein Haus des Herrn – ein Haus, in dem Menschen gemeinsam im Geist des Glaubens, der Verantwortung und der Liebe wirken und Gottes Segen erfahren können“.

Auch künftig werde es notwendig sein, Gewohntes zu hinterfragen und sich auf neue Entwicklungen einzustellen. Unverändert bleibe jedoch der Auftrag: „Unsere Arbeit dient mit zur Erhaltung, zur Pflege, zum Aufbau und Ausbau, ja zur Vollendung des Werkes Gottes.“ Mit dieser Zuversicht freue er sich auf die gemeinsame Zusammenarbeit.

Fotos: NAK Süd

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