23.06.2026

Festgottesdienst zum Wechsel des Bezirksapostels

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Am 21. Juni 2026 erlebten die Gläubigen in der Kirchengemeinde Karlsruhe-Mitte einen ganz besonderen Sonntag: Nach seiner Ordination an Pfingsten hielt Stammapostel Helge Mutschler seinen ersten Gottesdienst in Süddeutschland. Der Gottesdienst konnte in ganz Süddeutschland und allen von hier aus betreuten Ländern per Livestream mitgefeiert werden.

  • Stammapostel Helge Mutschler hielt, nach seiner Ordination an Pfingsten, seinen ersten Gottesdienst in Süddeutschland.
    < Stammapostel Helge Mutschler hielt, nach seiner Ordination an Pfingsten, seinen ersten Gottesdienst in Süddeutschland. >
  • Der Stammapostel kam in Begleitung zahlreicher Bezirksapostel - aktiv sowie im Ruhestand.
    < Der Stammapostel kam in Begleitung zahlreicher Bezirksapostel - aktiv sowie im Ruhestand. >
  • Bezirksapostel Michael Ehrich wurde zu seinem letzten Predigtbeitrag aufgerufen.
    < Bezirksapostel Michael Ehrich wurde zu seinem letzten Predigtbeitrag aufgerufen. >
  • Auch Bezirksapostel David Heynes (Nord- und Ostdeutschland) wurde um einen Predigtbeitrag gebeten.
    < Auch Bezirksapostel David Heynes (Nord- und Ostdeutschland) wurde um einen Predigtbeitrag gebeten. >
  • Der Stammapostel dankte Bezirksapostel Michael Ehrich für 44 Jahre Amtsträgerschaft und versetzte ihn in den Ruhestand.
    < Der Stammapostel dankte Bezirksapostel Michael Ehrich für 44 Jahre Amtsträgerschaft und versetzte ihn in den Ruhestand. >
  • Martin Rheinberger wurde als neuer Bezirksapostel für die Neuapostolische Kirche Süddeutschland beauftragt.
    < Martin Rheinberger wurde als neuer Bezirksapostel für die Neuapostolische Kirche Süddeutschland beauftragt. >
  • Ein Kinderchor, ein Jugendchor, ein gemischter Chor und ein Orchester umrahmten den Festgottesdienst.
    < Ein Kinderchor, ein Jugendchor, ein gemischter Chor und ein Orchester umrahmten den Festgottesdienst. >
  • Zur Ruhesetzung von Bezirksapostel Ehrich waren zahlreiche Wegbegleiter anwesend, unter anderem Stammapostel i. R. Jean-Luc Schneider.
    < Zur Ruhesetzung von Bezirksapostel Ehrich waren zahlreiche Wegbegleiter anwesend, unter anderem Stammapostel i. R. Jean-Luc Schneider. >
  • Das Kirchengebäude in Karlsruhe war daher trotz der großen Hitze komplett besetzt.
    < Das Kirchengebäude in Karlsruhe war daher trotz der großen Hitze komplett besetzt. >
  • Bereits vor dem Gottesdienst erhielt Bezirksapostel Michael Ehrich ein paar süße Dankesbotschaften durch die Kinder überreicht.
    < Bereits vor dem Gottesdienst erhielt Bezirksapostel Michael Ehrich ein paar süße Dankesbotschaften durch die Kinder überreicht. >
  • Der Bezirksapostel verabschiedete sich nach dem Gottesdienst in der Kirchengemeinde Karlsruhe-Mitte.
    < Der Bezirksapostel verabschiedete sich nach dem Gottesdienst in der Kirchengemeinde Karlsruhe-Mitte. >
  • Der Gottesdienst wurde in den gesamten Arbeitsbereich des Bezirksapostels übertragen.
    < Der Gottesdienst wurde in den gesamten Arbeitsbereich des Bezirksapostels übertragen. >

In diesem Gottesdienst wurde Bezirksapostel Michael Ehrich in den Ruhestand versetzt. Danach erhielt die Neuapostolische Kirche Süddeutschland mit Apostel Martin Rheinberger einen neuen Bezirksapostel und Kirchenpräsidenten.

Der große Bruder des verlorenen Sohns

Stammapostel Helge Mutschler legte dem Gottesdienst das Bibelwort aus Philipper 2, Verse 3 und 4 zugrunde: „Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.“

Er begann den Gottesdienst mit einer sehr bekannten Erzählung: dem Gleichnis vom verlorenen Sohn. Er ging dabei im Speziellen auf den älteren Sohn ein - also den Sohn, der an der Seite des Vaters blieb, sich um Haus und Hof kümmerte und an die Gebote des Vaters hielt. Und der dann, als sein Vater ein Fest für den wieder zurück gekehrten Bruder gab, zornig draußen stehen blieb. Sogar als der Vater zu ihm ging, um ihn zum Fest dazu zu holen, blieb er weiter draußen stehen – in gekränkter, eitler Ehre, die genauso im Bibelwort des Gottesdienstes beschrieben ist.

Demut: Ein Wort, das erst erfunden werden musste

Der Stammapostel ging besonders auf das Wort „Demut“ aus dem Bibelwort ein. Damals, als Apostel Paulus den Brief an die Philipper geschrieben habe, sei eine demütige Haltung ein absoluter Skandal gewesen, so der Stammapostel. Man habe um die Ehre gekämpft. Diese sei das Allerwichtigste gewesen, kein anderer sollte sie beschädigen dürfen.

Apostel Paulus habe das Wort "Demut" erst erfinden müssen, das Wort habe es damals noch gar nicht gegeben. Das altgriechische Wort für Demut „Tapeinophrosyne“, setzt sich zusammen aus "tapeinos" für niedrig und "phrosyne" für Gesinnung. Es bedeutet wörtlich übersetzt also niedrige Gesinnung. Niedrig – so wie die Sklaven. Und genau das sei der Skandal gewesen, so der Stammapostel weiter. Dass Paulus von der Gemeinde in Philippi forderte: „Ihr müsst niedrig gesinnt sein wie Sklaven. Den schwächsten Bruder sollt ihr ehren, als ob er der Kaiser von Rom wäre.“

Ein Mittel gegen eitle Ehre

Danach schlug der Stammapostel die Brücke zurück zum anfangs erwähnten Gleichnis: Auch wir würden manchmal wie der ältere Sohn reagieren und in gekränkte, eitle Ehre verfallen. Doch warum sei es so, dass zuerst die eigenen Bedürfnisse erfüllt werden müssten? Warum die eigene Ehre im Mittelpunkt stehen müsse?

Der Stammapostel erklärte: „Die einfache Antwort ist Angst - Angst, dass ich nicht gesehen werde. Angst als bedürftiger Mensch etwas, was ich brauche, nicht zu bekommen.“ Doch das beste Mittel gegen die Angst sei Liebe, die Liebe des Herrn Jesus Christus, die diese tiefen Existenzängste in uns lösen könne.

Die Entscheidung eines jeden Einzelnen

Der Stammapostel stellte auch klar: Paulus Brief sei nicht als Appell an uns gemeint, nicht als Gesetz zu verstehen, an dem wir verkrampft festhalten und doch daran zerbrechen, weil wir es als Menschen nicht erfüllen können. Es gehe vielmehr darum, stattdessen auf Jesus Christus zu schauen, an ihn zu glauben und ihn in den Mittelpunkt zu stellen, zu ihm am Kreuz und zu seiner Demut aufzuschauen. Die Demut komme nicht aus uns selbst heraus, sondern immer vom Herrn.

Die Tür zum Himmel sei offen – wie die Tür zum Fest beim Gleichnis des verlorenen Sohnes. Die Frage an uns alle sei nur, so der Stammapostel zum Abschluss seiner Predigt: „Wenn der Vater herauskommt und uns hereinbittet. Was tue ich? Komme ich herein oder bleibe ich draußen in eitler Ehre und Eigennutz stehen?“

Würdigung von 44 Jahren Amtsträgerschaft

Vor der Ruhesetzung von Bezirksapostel Michael Ehrich würdigte der Stammapostel sein Wirken der letzten 44 Jahre. Er habe in dieser Zeit einen der größten Arbeitsbereiche der Neuapostolischen Kirche International geführt und geleitet. Und das in einer nüchternen, bodenständigen und sachlichen Art - ohne Drama. In dieser ihm eigenen Art sei er ein großer Seelsorger mit einem besonderen Gespür für die Nöte der Menschen gewesen. Er habe immer in tiefer innerer Verbundenheit zum Herrn seine Arbeit mit Freude und Frieden erledigt.

Eines seiner großen Herzensthemen sei das Wohl der Kinder und Jugendlichen gewesen und deren Schutz vor Grenzverletzungen und Missbrauch. Unter seiner Führung sei das Konzept „Achtsamkeit“ entstanden. Der Stammapostel dankte dem Bezirksapostel von ganzem Herzen, dass er sich in dieser Weise schützend vor unsere Kinder gestellt habe.

Beauftragung als Seelsorger, der von Herz zu Herz arbeitet

Dem neuen Bezirksapostel der Neuapostolischen Kirche Süddeutschlands, Apostel Martin Rheinberger, gab der Stammapostel einen klaren Auftrag mit. Die Worte, die in Apostelgeschichte 2, Vers 42 stehen und die die Verfassung der ersten Christen beschreiben, solle er als Arbeitsprogramm verstehen und anhand der vier dort genannten Kernsäulen arbeiten: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“

Im Anschluss beauftragte der Stammapostel den neuen Bezirksapostel und segnete ihn unter anderem mit den Worten: „Gott, der dreieinige, schenkt dir nun seinen Segen. Gott, der Vater, sei dein Wegbegleiter neben dir, er sei Himmel über dir, tragender Grund unter dir. Gott, der Sohn Jesus Christus, segne dich, mit seinem Frieden, mit seiner Liebe, mit seiner großen Demut. Der Heilige Geist offenbare sehr klar in deinem Herzen, welche Entscheidungen du treffen sollst. Der Heilige Geist sei dein Leitstern. Der dreieinige Gott, er sei mit dir, auf all deinen Wegen. Du mögest von Herz zu Herz arbeiten, als ein wahrhafter Seelsorger.“

Zahlreiche Wegbegleiter von Bezirksapostel Michael Ehrich im Gottesdienst dabei

Trotz großer Hitze war das Kirchengebäude in Karlsruhe-Mitte komplett besetzt, denn zahlreiche Wegbegleiter von Bezirksapostel Michael Ehrich waren gekommen, um diesen besonderen Tag mitzuerleben: Stammapostel i. R. Wilhelm Leber und Stammapostel i. R. Jean-Luc Schneider, ebenso die Bezirksapostel Thomas Deubel (Schweiz), Bezirksapostel Joseph Opemba Ekhuya (Ostafrika), Bezirksapostel David Heynes (Nord- und Ostdeutschland) und Bezirksapostel Stefan Pöschel (Westdeutschland). Dazu waren auch zahlreiche Bezirksapostel im Ruhestand sowie alle amtierenden und im Ruhestand befindlichen Apostel und Bischöfe Süddeutschlands anwesend.

Die gastgebende Kirchengemeinde Karlsruhe-Mitte bereitete dem scheidenden Bezirksapostel einen liebevollen gestalteten Abschiedsgottesdienst. Bereits vor dem Gottesdienst wurde er mit selbst gestalteten, süßen Dankesbotschaften durch die Kinder begrüßt. Im Gottesdienst waren der Kinder- und Jugendchor ebenso in die Gestaltung eingebunden, wie ein großer gemischter Chor und ein Orchester.

Fotos: CC Spindler, Volker Balling

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