12.05.2026

Aufgefahren in den Himmel

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Am Donnerstag, 14. Mai 2026, feiern wir Christi Himmelfahrt. Für viele ist dieser Tag vor allem ein Anlass für Ausflüge oder den Vatertag. Für den christlichen Glauben jedoch markiert er einen entscheidenden Wendepunkt: Vierzig Tage nach seiner Auferstehung wurde Jesus Christus vor den Augen seiner Jünger zu Gott erhoben.

Mehr als nur ein Ortswechsel

Wer sich die Himmelfahrt wie den Start einer Rakete vorstellt, greift zu kurz. Die biblischen Berichte beschreiben keinen physikalischen Ortswechsel in eine ferne Himmelsregion. Wie Stammapostel Jean-Luc Schneider, der Leiter der Neuapostolischen Kirche International, einmal betonte, ist der „Himmel“ kein ferner Ort, sondern der Zustand der Gemeinschaft mit Gott. Die Wolke bei der Himmelfahrt symbolisiert die Gegenwart Gottes. Es geht bei Himmelfahrt um einen Statuswechsel: Der auferstandene Christus wird in die Wirklichkeit Gottes aufgenommen. Die Wolke, die ihn aufnimmt, ist kein meteorologisches Phänomen, sondern ein vertrautes biblisches Zeichen für die Gegenwart Gottes – wie in der Wüstenwanderung Israels.

„Zur Rechten Gottes“

Die neuapostolischen Christen bekennen im Zweiten Glaubensartikel: „… er sitzt zur Rechten Gottes“. Dieses Ereignis bezeichnet den Moment, in dem der auferstandene Herr aus dem Kreis seiner Apostel zu seinem Vater zurückkehrt und bedeutet, dass Jesus Christus an Gottes Macht und Herrschaft teilhat. Christus ist gegenwärtig bei Gott, zugleich gegenwärtig bei den Seinen und unser Fürsprecher. Er ist uns durch den Heiligen Geist und in seinem Wort und Sakrament heute so nah wie nie zuvor. So verbindet die Himmelfahrt scheinbare Gegensätze: Jesus Christus ist erhöht – und gerade dadurch uns nahe.

Ein Auftrag für uns

Mit der Himmelfahrt wird sichtbar: Jesus Christus gehört nun ganz zur göttlichen Wirklichkeit – und ist doch seiner Gemeinde nicht entzogen. Die Himmelfahrt bedeutet nicht, dass Jesus weg ist. Die Engel sagen den Jüngern (Apostelgeschichte 1,11): Dieser Jesus wird wiederkommen! Auf die Wiederkunft Jesu bereiten wir uns vor. Bis dahin gilt: Wir sind seine Zeugen in unserem Alltag, in unserer Umgebung und, wo möglich, auch darüber hinaus.

Katholischer Brauchtum: Den Blick heben

Um dieses schwer fassbare Geschehen anschaulich zu machen, hat sich im Laufe der Jahrhunderte in vielen katholischen Gegenden ein Brauchtum entwickelt. Manchmal findet sich im Kirchengebäude ein „Heilig-Geist-Loch“, eine Öffnung in der Decke des Kirchenschiffs. An Himmelfahrt wird eine Christusfigur nach oben gezogen. Das macht sichtbar, was sich dem Auge entzieht: Der Weggang Jesu aus der sichtbaren Welt – und seine Aufnahme in Gottes Wirklichkeit.

Der Gottesdienst zu Himmelfahrt findet am Donnerstag, 14. Mai 2026, statt und steht unter dem Bibelwort aus Johannes 16,28. Die Bibellesung entstammt aus Markus 16,14–19.

Foto: Adobe Stock

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