Der Apostel verband den Wiederbezug bewusst mit dem Palmsonntag und stellte das Bibelwort aus Lukas 19, Verse 36 und 37, in den Mittelpunkt: „Als er nun hinzog, breiteten sie ihre Kleider auf den Weg … und die ganze Menge der Jünger fing an, Gott mit Freuden zu loben.“
Dieses Wort prägte den gesamten Gottesdienst. Der Einzug Jesu in Jerusalem wurde als Bild für den Einzug Christi in das erneuerte Gotteshaus und zugleich in das persönliche Leben der Gläubigen verstanden. Apostel Loy machte deutlich, dass Jesus als König in Demut kommt – nicht mit äußerer Macht, sondern mit Liebe, Frieden und Nähe zum Menschen.
Jesus wirkt heilend und stärkend
Ein zentraler Gedanke der Predigt war das „Ausbreiten der Kleider“. Die Menschen legten damals das Wertvollste, was sie besaßen, vor Jesus nieder. Übertragen auf die heutige Zeit bedeutet dies, das eigene Herz, die persönlichen Anliegen, Sorgen, aber auch Dankbarkeit und Glauben bewusst vor Christus auszubreiten. So könne jeder Einzelne erleben, dass Jesus nicht über das Leben hinweggeht, sondern heilend, stärkend und segnend wirkt.
Auch der Zusammenhang mit der beginnenden Karwoche wurde hervorgehoben. Der Palmsonntag eröffne den Weg hin zu Karfreitag und Ostern – den Weg der Liebe Christi, der sich aus Hingabe und Erlösung vollzieht. In diesem Licht wurde der Wiederbezug der Kirche nicht nur als äußeres Ereignis, sondern als geistlicher Neubeginn verstanden.
Der Gottesdienst war zugleich von großer Dankbarkeit geprägt. In den vergangenen zwei Jahren hatte die Gemeinde ihre Gottesdienste in evangelischen und katholischen Kirchen in der Umgebung feiern dürfen. Diese Zeit wurde als wertvolle Erfahrung der Gemeinschaft und gelebten Ökumene hervorgehoben. Umso größer war nun die Freude, wieder in das eigene Kirchengebäude zurückkehren zu können.
Den Blick stets auf das Ziel richten
Neben Apostel Jürgen Loy wirkten auch Bischof Matthias Grauer und Gemeindevorsteher Steffen Schober im Gottesdienst mit und ergänzten die Gedanken zum Palmsonntag. Dabei wurde betont, dass Gottes Größe und Gegenwart die Grundlage für ein gelingendes Glaubensleben sind und dass der Blick stets auf das Ziel – die Gemeinschaft mit Christus – gerichtet bleiben soll.
Besondere festliche Akzente erhielt der Gottesdienst durch zwei Handlungen: Eine Schwester wurde zur Diakonin ordiniert und ein Priester zum stellvertretenden Gemeindevorsteher ernannt. Beide Ereignisse wurden als Ausdruck des Segens Gottes und als Stärkung für die Zukunft der Gemeinde verstanden.
So wurde dieser Palmsonntag zu einem Tag der Freude, der Dankbarkeit und der geistlichen Erneuerung. Der Wiederbezug der Kirche ist nicht nur die Rückkehr in ein renoviertes Gebäude, sondern zugleich ein Zeichen dafür, dass Christus auch weiterhin in der Mitte der Gemeinde wirken will – heute und in Zukunft.
Foto: Bernd Cammerer