Angst und Trauer bestimmen die Tage nach Karfreitag. Doch dann geschieht etwas Unerwartetes: Am dritten Tag ist das Grab leer. Frauen gehen früh am Morgen zum Grab und finden es offen. Die Botschaft, die sie hören, verändert alles: Jesus ist auferstanden, er lebt – sie sagen diese Botschaft den Jüngern weiter (Mt 28,1-8). Schritt für Schritt begreifen die Jünger, dass Gott selbst eingegriffen hat. Jesus ist nicht im Tod geblieben – er ist auferstanden. Die Jünger begegnen dem Auferstandenen, die Erkenntnis wächst zunächst zögernd, dann immer gewisser. Aus Verzweiflung wird Hoffnung, aus Angst erwächst neuer Mut. Der Osterruf entsteht: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden!“ (Lk 24,34). Er ist kein bloßer, schöner Gedanke, kein Wunschdenken, sondern ein Bekenntnis, das aus erlebter Wirklichkeit kommt.
Seitdem feiern Christen dieses Ereignis jedes Jahr zu Ostern – und im Grunde an jedem Sonntag. Denn der Sonntag erinnert daran, dass Gott neues Leben schafft. In vielen Regionen beginnt die Osterfreude schon in nächtlichen Gottesdiensten, wenn das Licht der Osterkerze die Dunkelheit durchbricht – ein Zeichen dafür, dass das Leben über den Tod siegt.
Auch die Zeit nach Ostern erzählt weiter von dieser neuen Wirklichkeit. Die Bibel berichtet, wie Jesus seinen Aposteln begegnet, sie stärkt und ihnen einen Auftrag gibt (Mt 28,16-20). Schließlich feiern wir an Pfingsten, dass Gottes Geist auf die Urgemeinde in Jerusalem kommt und die Botschaft von Ostern durch die Apostel weitergetragen wird.
Ostern steht zudem in enger Verbindung mit dem jüdischen Passafest, das an die Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten erinnert. So erzählt auch Ostern von Befreiung – aus der Macht des Todes hin zu einem neuen Leben bei Gott. Ostern bedeutet: Der Tod ist endgültig. Gott kann neue Wege des Lebens eröffnen, wo wir nur Grenzen des Todes sehen. Mitten im Alltag, in unseren Sorgen und Fragen gilt diese Hoffnung: Das Leben aus Gott ist stärker. Darum feiern wir Ostern – nicht nur als blanke Erinnerung, sondern als Einladung, auf Gott zu vertrauen.
Bezirksapostel Michael Ehrich feiert den Ostergottesdienst am Sonntag, 5. April 2026, um 10 Uhr in der neuapostolischen Gemeinde Kempten-Süd, von dort aus wird der Gottesdienst in seinen gesamten Arbeitsbereich übertragen. Als Grundlage wird das Bibelwort aus Johannes 20,17.18 dienen, das von der Begegnung des Auferstandenen mit Maria Magdalena berichtet. Die Bibellesung stammt aus Markus 16,1-15 und hat die Botschaft von Jesu Auferstehung zum Inhalt.
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