Begleitet wurde der Bezirksapostel von Apostel Arne Herrmann und Bischof Marco Metzger (beide Apostelbereich Heilbronn/Nürnberg). Der Gottesdienst wurde per Livestream im gesamten Kirchenbezirk Nürnberg übertragen. Das Bibelwort, welches als Grundlage für den Weihegottesdienst diente, stand in 1. Könige 8,29: „Lass deine Augen offen stehen über diesem Hause Nacht und Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast: Da soll mein Name sein.“
Der Bezirksapostel sprach zuerst seinen Dank aus: den Architekten, Handwerkern sowie den Mitgliedern der neuapostolischen Kirche Süddeutschland, die mit ihren Spenden den Kirchenneubau ermöglichten. Anschließend ging er kurz auf die Chronik der Gemeinde ein. Im Anschluss weihte der Bezirksapostel den Neubau zum Gotteshaus. Sein Segenswunsch an die Gemeinde im Weihegebet: „Du, lieber Vater, mögest stets deinen Frieden hier sein lassen. Dein Friede, der Friede des Allerhöchsten, wohne an dieser Stätte.“ Der Gemischte Chor unterstrich diese Worte mit dem Lied: „Singt ein Lied von Gott (Gott ist da)“.
Eine Atmosphäre, die anziehend wirkt
Direkt daran schloss der Bezirksapostel einige Gedanken zum Advent an – der Zeit, in der Gott da sei und uns nahe komme. Der Advent sei eine besondere Zeit mit vielen Lichtern. Auch an uns gehe die Aufforderung, dass wir ein Licht im übertragenen Sinne sein sollen. Es sei Aufgabe der Gemeinde, Licht auszustrahlen: Dass eine besondere Atmosphäre der Liebe und Zugewandtheit, mit einer tiefen Verbundenheit untereinander, entstehe, so dass jeder sich in der Gemeinde geborgen und dazugehörig fühle. Eine Atmosphäre, die auch auf andere anziehend wirke, so der Bezirksapostel.
Im Anschluss ging er auf das Bibelwort des Weihegottesdienstes ein. Dieses Wort sei eine Bitte Salomos bei der Einweihung des Tempels in Jerusalem: „Lass deine Augen offen stehen über dieser Kirche.“ Mit Kirche sei hier einerseits das Gebäude und andererseits auch die Institution Kirche mit ihren Mitgliedern gemeint. Diese Bitte gelte also sowohl dem Haus, dem Gebäude, als auch den Gemeinden und jedem Einzelnen. Salomon spreche von "Nacht und Tag". Dies entspreche den unterschiedlichen Lebenssituationen. Der Tag stehe dafür, wenn alles gut ist, die Nacht dafür, wenn wir Sorgen und Probleme haben. Gott sei in all diesen Situationen bei uns, er verlasse uns nicht.
Nehmt alle in die Mitte.
Apostel Herrmann sprach in seinem Predigtbeitrag davon, dass das neue Kirchengebäude ein Schmuckstück sei. Schon alleine wegen des Standorts, der zentral in Nürnberg liegt, sei es ein Gebäude, das auffalle. Das Äußere – das sicherlich Aufmerksamkeit errege – sei aber nur das eine. Die Seele des Gebäudes sei die Gemeinde. Er forderte die Kirchenbesucher auf: "Wir sind hier in Nürnberg-Mitte. Lasst genau das Programm sein: Nehmt alle in die Mitte."
Der Weihegottesdienst wurde feierlich umrahmt vom Gemischten Chor, einem Orchester, dem Jugendchor sowie dem Kinderchor der Gemeinde. Mehr zum Weihegottesdienst ist auf der Webseite der Kirchengemeinde Nürnberg-Mitte zu lesen.
Das neue Kirchengebäude
Das neue Kirchengebäude liegt inmitten der Nürnberger Altstadt. Die Kirchensilhouette zeichnet sich deutlich erkennbar als sakraler Bau im Stadtpanorama ab. Über eine Außenterrasse öffnet sich das Gebäude zum Flussufer hin. Der Klinkerstein-Bau erhält einen einladenen Kirchenvorplatz, welcher dank einer großen Fensterfront nahtlos in den Eingangsbereich des Kirchengebäudes übergeht. Über den Haupteingang erreicht man ein zweigeschossiges Foyer, von dem ein freier Ausblick über die Außenterrasse sowie zum Nürnberger Trödelmarkt möglich ist. Über die Foyertreppe erreicht man das Emporengeschoss mit Sakristei und Nebenräumen.
Im Erdgeschoss öffnet sich nach der Empore der Kirchensaal, der über die komplette Höhe des Gebäudes reicht. Seitliche Öffnungen lassen weiches Streiflicht in den Raum und tauchen den Altarraum in eine sakrale Stimmung. Für die Gestaltung der Innenräume wurden teilweise so genannte „Spanische Wände“, in Form einer perforierten Klinkerwand, genutzt. Diese reduzieren nicht nur sommerliche Wärme, sondern bieten auch Schutz vor Einblicken. Je nach Sonnenstand entsteht ein anmutendes Lichtspiel in den Innenräumen mit sanften Reflexionen auf den Oberflächen.
Der Kirchenraum bietet 300 Sitzplätze auf einer Fläche von rund 268 m². Drei angrenzende Nebenräume ermöglichen bei Bedarf eine Erweiterung auf bis zu 410 Plätze. Für eine möglichst große Flexibilität sind die Nebenräume auch an das Foyer anschließbar. Ergänzt wird das Gebäude durch einen Vorplatz sowie 11 Stellplätze auf dem angrenzenden Parkplatz. Der Bau wurde von umarchitekt (Bamberg) entworfen sowie in der Bauphase überwacht und koordiniert.
Fotos: Diethard Grießhammer, Frank Thierfeld