Aus dem Lebenslauf von Ernst Streckeisen
Am 19. Oktober 1905 erblickte Ernst Streckeisen in St. Gallen in der Schweiz das Licht der Welt. Nach nur zwei Jahren starb sein Vater. Die folgenden Jahre waren von bitterer Armut geprägt. In dieser Zeit lernte die Familie die Neuapostolische Kirche kennen. Mit fünf Jahren wurde Ernst Streckeisen versiegelt und war damit offizielles Mitglied der Neuapostolischen Kirche.
1927 wurde Ernst Streckeisen zum Unterdiakon ordiniert. Weitere Ämter in der Neuapostolischen Kirche folgten. Im Juni 1952 empfing er schließlich das Apostelamt. Zehn Monate später folgte die Ordination zum Bezirksapostel für den Bezirk Schweiz.
Beauftragung als Bezirksapostel für Württemberg
1965 vergrößerte sich der Zuständigkeitsbereich von Bezirksapostel Ernst Streckeisen noch einmal. Der damalige Stammapostel Walter Schmidt übertrug ihm die Verantwortung für weitere Gemeinden in Süddeutschland.
„Als im August 1965 die Apostel Schall und Volz sen. in den Ruhestand versetzt wurden, erteilte er mir die Aufgabe, auch die Kinder Gottes in Württemberg zu bedienen, und ich habe die Brüder und Geschwister dort sehr liebgewonnen,“ schreibt Ernst Streckeisen später.
Die Ruhesetzung der beiden Bezirksapostel Georg Schall und Gotthilf Volz sowie die Beauftragung von Bezirksapostel Ernst Streckeisen für Württemberg erfolgte in der Neuapostolischen Kirchengemeinde Stuttgart-Süd.
Ordination zum Stammapostel
Am 15. Februar 1975 ordinierte Stammapostel Walter Schmidt in Dortmund seinen Nachfolger Ernst Streckeisen. Dieser versetzte anschließend Stammapostel Walter Schmidt aus Altersgründen in den Ruhestand.
Am 23. Februar 1975 wurde Ernst Streckeisen dann im Rahmen eines großen Festgottesdienstes in der neuapostolischen Kirchengemeinde Stuttgart-Süd offiziell als Stammapostel der Neuapostolischen Kirche eingeführt.
Für Württemberg wurde am 4. Mai 1975 Karl Kühnle zum Bezirksapostel ordiniert.
Abschied von Stammapostel Ernst Streckeisen
In gut zweieinhalb Jahren besuchte Stammapostel Ernst Streckeisen die neuapostolischen Christen auf allen Kontinenten. Von Australien und Asien (1976) über Nordamerika (1977) bis Südamerika und Südafrika (1978). Von der letzten Reise sollte er nicht mehr zurückkehren.
Noch am 4. November 1978 weihte er in Silvertown, einem Stadtteil von Kapstadt (Südafrika), ein neues Kirchengebäude ein. Einen Tag später hielt er dort einen Gottesdienst für Entschlafene – der erste Gottesdienst dieser Art, den ein Stammapostel in Afrika durchführte.
Am 7. November 1978 erlitt Stammapostel Ernst Streckeisen einen schweren Schlaganfall, dem er am nächsten Tag erlag.
Die Trauerfeier fand am 17. November 1978 in Zürich (Schweiz) statt. 42 Apostel aus aller Welt nahmen daran teil. Bezirksapostel Gottfried Rockenfelder legte die Worte aus 1. Petrus 5,6.7 zugrunde: „So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“
Zitat Ernst Streckeisen – Entnommen aus der Loseblattsammlung „Apostel der Endzeit“: © Verlag Friedrich Bischoff GmbH, Neu-Isenburg
Fotos: © Zentralarchiv der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland