Die Organisatoren und Verantwortlichen des Seelsorgestands wollten den Jugendlichen einen geschützten Raum für persönliche Gespräche bieten. In Zeiten von multiplen Krisen und anhaltenden Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen weltweit ist es für Jugendliche wichtig, über Sorgen und Herausforderungen sprechen zu können - ob allgemeine Probleme oder persönliche Sorgen wie Krankheit, Stress, schulische oder berufliche Herausforderungen, Identitätsfragen, Trauerbewältigung oder Schwierigkeiten im Glauben, in der Kirche oder im Umgang mit anderen.
Bischof Marco Metzger (Apostelbereich Heilbronn/Nürnberg) war für die Organisation des Seelsorgestands verantwortlich und berichtet von den Vorbereitungen für den SJT: „Es hat mich sehr begeistert, wie wir bereits in der Vorbereitung zum Seelsorgestand in relativ kurzer Zeit mit einem sehr interdisziplinären Team die Inhalte und Ziele zusammenstellen konnten.“ Das Team setzte sich aus 25 Seelsorgern aus den verschiedensten Bereichen zusammen.
Zusammen mit seinem Team hat sich Bischof Metzger viele Aktionen und Aktivitäten einfallen lassen, die auf den ersten Blick gar nicht auf das Thema Seelsorge hindeuten.
Smalltalk-Gespräch wird zum Seelsorgegespräch
Die Gestaltung des Standes war bewusst offen und kreativ, um spontane Gespräche zu ermöglichen. Verschiedene Bastelangebote, z. B. das Knüpfen von Armbändern an Biertischen, erleichterten den Zugang – auch für Jugendliche, die sich zunächst nur beiläufig einbringen wollten.
Diakonin und Jugendbetreuerin Caitlin Haag aus Ludwigsburg berichtet:
„Die Seele weiß manchmal gar nicht, dass sie Sorge trägt, bis sie spricht. Am Seelsorgestand wurde so manches Smalltalk-Gespräch zu einem Seelsorgegespräch.“
Ein weiteres Element war der Bibeltextomat. Besucherinnen und Besucher konnten ein Kärtchen mit einem Bibelvers ziehen, das als Gesprächsimpuls diente. Häufig entstanden daraus Gespräche – eingeleitet durch die Frage: „Und, passt der Vers für dich?“
Für vertrauliche Gespräche stand ein ruhiger Rückzugsbereich zur Verfügung. Wer seine Gedanken lieber schriftlich ausdrücken wollte, konnte einen „Brief an Gott“ verfassen und anonym in einen Briefkasten einwerfen.
Gespräche voller Offenheit und Vertrauen
Viele der 25 Seelsorger zeigten sich bewegt von der Offenheit der Jugendlichen. Elias Feil, Priester und Bezirksjugendleiter aus Heidelberg, resümiert: „Der Seelsorgestand war für mich ein ganz besonderer Ort – voller Offenheit, Vertrauen und tiefgehender Gespräche. Die Begegnungen waren emotional, berührend und haben gezeigt, wie viel Trost und Stärke im Glauben und im Miteinander liegen. Es war ein bewegendes Erlebnis, das lange nachwirkt.“
Auch Bischof Marco Metzger freut sich, dass der Seelsorgestand von den Jugendlichen so gut angenommen wurde: „Für die vielen schönen Begegnungen mit den Jugendlichen bin ich sehr dankbar. In einer einladenden und geschützten Atmosphäre konnten die Jugendlichen ihre Sorgen und Gedanken anonym und vertraulich mit uns teilen. Ich denke, es ist uns gelungen, dazu viele niederschwellige und unkomplizierte Zugänge am Stand zu schaffen. Schon heute freue ich mich auf den nächsten Jugendtag!“
Fotos: Lukas Nöding, NAK Süd