Biblische Grundlagen und theologische Deutung
Die biblische Grundlage für das Pfingstfest findet sich in der Apostelgeschichte. Dort wird beschrieben, wie ein „Brausen vom Himmel“ geschah; dann ist vom Herabkommen des Geistes in Gestalt von „Feuerzungen“ die Rede. Die versammelten Jünger, zuvor verängstigt und zurückgezogen, werden erfüllt vom Heiligen Geist, sprechen in fremden Sprachen und verkünden das Evangelium in Kraft und Klarheit. Apostel Petrus hält eine glanzvolle Predigt, und „etwa dreitausend Menschen“ schließen sich der Gemeinde an (Apg 2,1-41) – die Geburtsstunde der Kirche.
Volkskundliche, liturgische und kirchengeschichtliche Bedeutung
Pfingsten wurde bereits im 2. Jahrhundert gefeiert, oft im Rahmen einer fünfzigtägigen Osterzeit (griech. pentekoste = fünfzig). Seit dem 4. Jahrhundert entwickelte sich Pfingsten zum eigenständigen Hochfest. In der katholischen, orthodoxen und evangelischen Kirche gehört es zu den höchsten Feiertagen. Pfingsten war in Europa auch volkskundlich ein wichtiges Fest – besonders im ländlichen Raum. Die Pfingstprozessionen wurden oft mit der Bitte um Regen und Wachstum verbunden. In vielen Regionen war Pfingsten das Fest der Natur und des Aufbruchs, verbunden mit Frühjahrsbräuchen und Segen für Vieh und Felder.
Pfingsten als Fest des Heiligen Geistes
Der Heilige Geist ist gemäß der christlichen Trinitätslehre die dritte göttliche Person – eins mit Vater und Sohn. So ist das Weihnachtsfest das Fest des Vaters, der den Sohn in die Welt sendet, Ostern das Fest des Sohnes, der das Opfer zur Erlösung der Menschheit bringt und Pfingsten das Fest des Geistes, der aber oft schwer fassbar ist. Der Heilige Geist wird beschrieben als Kraft, die schon im Alten Testament die Propheten „inspiriert“, also be-„geistert“, als Wind, der weht, wo er will, als Feuer, das brennt und als Taube, die bei der Taufe Jesu zugegen ist. Der Geist ist demnach Gottes unsichtbare Gegenwart in der Welt – er tröstet und leitet die Gemeinde, er schenkt Erkenntnis im Glauben und Gemeinschaft untereinander. Pfingsten als das Fest des Heiligen Geistes schenkt Hoffnung auf Veränderung und Erneuerung: Gott ist da, er wirkt durch seinen Heiligen Geist Trost, Glaubenssicherheit und innige Gemeinschaft.
Der diesjährige Pfingstgottesdienst findet am Sonntag, 8. Juni 2025, um 10 Uhr in Wiesbaden statt, wo der Stammapostel den Gottesdienst durchführen wird. Der Gottesdienst wird in die süddeutschen Gemeinden übertragen.
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