27.05.2025

Christi Himmelfahrt – Geschichte, Brauchtum und Bedeutung

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Christi Himmelfahrt zählt zu den ältesten Festen des Kirchenjahres und wird vierzig Tage nach Ostern gefeiert. Es markiert den Abschluss der Erscheinungen des auferstandenen Christus und leitet zugleich die Zeit bis Pfingsten ein, das Fest des Heiligen Geistes und der Geburtsstunde der Kirche. Die Himmelfahrt Christi steht somit in enger Verbindung mit Ostern und Pfingsten – sie ist ein Übergangsfest. Zugleich hat sich im Laufe der Jahrhunderte eine Vielzahl von Bräuchen und volkstümlichen Traditionen rund um das Fest entwickelt.

Biblische Grundlagen

Die biblischen Berichte über die Himmelfahrt finden sich im Lukasevangelium (Lk 24,50–53) und in der Apostelgeschichte (Apg 1,1–11). Die beiden Berichte sind nicht deckungsgleich, zeigen aber, dass Jesus sich den menschlichen Sinnen entzieht und zum Vater zurückkehrt. Himmelfahrt ist also keine „Himmelsreise“, sondern Ausdruck der Erhöhung Christi. Apostel Paulus beschreibt dies im Philipperbrief mit eindrucksvollen Worten: Christus „erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode ... Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist …“ (Phil 2,8.9). Zugleich kündigen Engel in der Apostelgeschichte Christi Wiederkommen an: „Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen“ (Apg 1,11).

Volkskundliche, liturgische und kirchengeschichtliche Bedeutung

Bereits im 4. Jahrhundert ist das Fest Christi Himmelfahrt in Syrien und in Jerusalem bezeugt. Christi Himmelfahrt gehört zu den Hochfesten des Kirchenjahres und wird in Gottesdiensten der Neuapostolischen Kirche durch eine Bibellesung liturgisch hervorgehoben. Seit dem Mittelalter und besonders in der Barockzeit haben sich zahlreiche Bräuche rund um Christi Himmelfahrt entwickelt. In vielen Kirchen, besonders in ländlich-katholisch geprägten Gegenden wurde das biblische Geschehen sinnfällig dargestellt: Eine Christusfigur wurde durch eine Öffnung im Kirchendach in den „Himmel“ gezogen, während Engelgesang erklang – so konnte den Gläubigen, die oft weder lesen noch schreiben konnten, das biblische Geschehen anschaulich gemacht werden. Daneben entwickelten sich Flurumgänge, bei denen um Schutz für die Felder, Wiesen und Wälder und eine gute Ernte gebetet wurde. Ein Wandel trat seit dem 19. Jahrhundert ein: Himmelfahrt wurde in vielen Gegenden zum „Vatertag“ umgewidmet – aus den Flurumgängen und -umritten wurde ein Brauch, bei dem Männer in Gruppen mit Bollerwagen, Bier und Musik ins Grüne zogen. Wie auch immer man dies bewertet, es bleibt die Bedeutung von Himmelfahrt bestehen als eines Festes im Kirchenjahr zwischen Ostern und Pfingsten, an dem der göttliche Heisplan erfahrbar wird.

Der diesjährige Gottesdienst zu Himmelfahrt am Donnerstag, 29. Mai 2025, steht unter dem Bibelwort aus Apostelgeschichte 1,10.11. Die Bibellesung bietet den gesamten Abschnitt in Apostelgeschichte 1,4-12.

Foto: Adobe Stock

 

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