Eine Höhepunkt für Musiker und Zuhörer
Über drei Stunden dauert Bachs umfangreichstes Werk, die Matthäus-Passion, das ursprünglich für einen Karfreitags-Gottesdienst komponiert wurde. Die Matthäus-Passion gilt als Höhepunkt protestantischer Kirchenmusik: 68 Rezitative, Arien, Chöre und Choräle erzählen über Jesu Leiden und Sterben. Bei diesem Werk mitzuwirken kann auch für jeden Musiker als Höhepunkt gelten.
Unter der Leitung von Frank Ellinger probten die neuapostolischen Sängerinnen und Sänger des Jungen Chors – alle unter 35 Jahre alt – an mehreren Probenwochenenden. Für die Aufführung wurden erfahrene Solisten ausgesucht und ein Orchester eigens für die Konzerte zusammengestellt, um einen stimmungsvollen barocken Klang zu erhalten.
Ausgefahrene Notsitze und stehende Zuhörer
Am Ende waren es über 90 Laiensänger, Instrumentalisten und Solisten, die am 5. April in der Crailsheimer Johanneskirche und am 6. April in der Stuttgarter Leonhardskirche auftraten.
Die Konzerte in beiden Kirchen waren sehr gut besucht. Das Konzert am Sonntag in Stuttgart wollten sogar so viele hören, dass die Notsitze aus den Kirchenbänken herausgezogen werden mussten, um die Zuhörer unterzubringen. Und trotzdem fanden nicht alle einen Sitzplatz und lauschten am Rand stehend der Aufführung. Der Stimmung tat dies keinen Abbruch: Die Zuhörer belohnten die Aufführungen zuerst mit andächtiger Stille und anschließend begeistertem Applaus.
Mitmachen gewünscht
Als nächstes steht das Herbstprojekt des Jungen Chors an, mit Konzerten in Lindau und Augsburg am ersten Adventswochenende. Die Anmeldung für das kommende Projekt ist auf der Webseite des Jungen Chors möglich. Die Voraussetzungen zum Mitmachen: Begeisterung für Musik und ein Alter zwischen 15 und 35 Jahren.
Fotos: Kurt Entenmann