15.04.2025

Mehr als nur Trauer

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Karfreitag ist einer der wichtigsten christlichen Feiertage und erinnert an das Leiden und Sterben Jesu Christi am Kreuz. Zudem kann Karfreitag nur verstanden werden in Verbindung mit Ostern – ohne Tod am Kreuz keine Auferstehung!

Jesu letzte Worte – Schlüssel zu Karfreitag

Die Passion Jesu, also die Leidensgeschichte des Herrn, wird in allen vier Evangelien aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert: Im Markusevangelium wird die Verlassenheit Jesu hervorgehoben. Jesus schreit am Kreuz auf Aramäisch: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ und zitiert damit den Beginn des 22. Psalms, den er als im Judentum seiner Zeit verwurzelter Mensch auswendig kennt. Auch Matthäus überliefert dieses Wort Jesu am Kreuz, legt dabei noch intensiver als Markus den Tod Jesu als Erfüllung alttestamentlicher Prophetien aus; es erfüllt sich das im Geschehen am Kreuz, was Propheten schon Jahrhunderte zuvor beschrieben haben. Jesu Tod wird von Naturphänomenen begleitet: Es geschieht ein Erdbeben, die Gräber öffnen sich und geben einen Blick auf das zukünftige Heil frei. Das Lukasevangelium ergänzt dies um die Jesus-Worte („Vater, vergib ihnen“; „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“) und zeigt so Jesu Barmherzigkeit und Vergebungsbereitschaft. Das Johannesevangelium deutet den Tod Jesu als Vollendung des Auftrags des Gottessohnes: „Es ist vollbracht“.

Karfreitag – Teil des Heilsgeschehens

Diese Auswahl aus den letzten Worten Jesu am Kreuz macht deutlich, dass es mit dem Tod Jesu ernst ist – der Gottessohn stirbt wie jeder Mensch und unter unvorstellbaren Qualen am Kreuz, dabei wird nichts beschönigt. Das Kreuz ist aber nicht nur ein Symbol des Leidens, sondern auch der Hoffnung. Denn die Evangelien bleiben nicht beim Kreuz Jesu stehen, sie lassen Jesus nicht im Tod, sondern bezeugen die Auferstehung des Herrn. Somit ist Karfreitag kein Nebenschauplatz des Evangeliums, sondern wichtiger Teil des Heilsgeschehens.

Karfreitag – stiller Feiertag

Heute wird Karfreitag als stiller Feiertag begangen, oft mit musikalischen Passionsandachten oder Kreuzwegsprozessionen, aber es gilt ein Tanz- und Feierverbot. Das unterstreicht die Ernsthaftigkeit dieses Feiertages. In katholisch geprägten Gegenden wird seit dem Spätmittelalter der Leidensweg Christi symbolisch durch den Kreuzweg nachvollzogen: Typischerweise besteht eine solche Kreuzwegandacht aus 14 Stationen, die zentrale Ereignisse des Leidens Jesu darstellen, oft beginnend mit der Verurteilung durch Pilatus und in der Regel endend mit der Grablegung. Kreuzwegandachten werden mit Gebeten, Bibellesungen und Meditationen begleitet. Besonders bekannt sind der römische Kreuzweg des Papstes am Kolosseum oder die Passionsspiele in Oberammergau. Kreuzwegandachten können auch als ökumenische Veranstaltung wahrgenommen werden, da es sich ja um biblische Ereignisse handelt, die jeder Christ mitfeiern kann. Auch durch solche Andachten wird die Ernsthaftigkeit des Geschehens verdeutlicht.

Der Gottesdienst am Karfreitag, 18. April 2025, steht unter dem Bibelwort: „Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir selber, wenn du Gottes Sohn bist, und steig herab vom Kreuz!“ (Mt 27,39.40) Die Bibellesung stammt aus Mt 27,31–50.

Illustration: Adobe Stock

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