23.04.2025

Nachhaltigkeit als Herausforderung für alle

Alle Meldungen anzeigen

Nachhaltigkeit ist ein Begriff, der aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Die Neuapostolische Kirche Süddeutschland setzt in vielen Bereichen auf nachhaltiges Handeln.

  • < >
  • Das Kirchengebäude in Tuttlingen wird in zweischaliger Bauweise gebaut.
    < Das Kirchengebäude in Tuttlingen wird in zweischaliger Bauweise gebaut. >
  • So soll die fertige Kirche in Tuttlingen aussehen.
    < So soll die fertige Kirche in Tuttlingen aussehen. >
  • Das Kirchengebäude in München-Laim ist ein Null-Energie-Gebäude.
    < Das Kirchengebäude in München-Laim ist ein Null-Energie-Gebäude. >
  • Flexible Nutzungskonzepte gewähren eine längere Nutzungsdauer der Gebäude.
    < Flexible Nutzungskonzepte gewähren eine längere Nutzungsdauer der Gebäude. >

Nachhaltigkeit ist ein Begriff, der aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. In Zeiten globaler Krisen ist Nachhaltigkeit eine der drängendsten Herausforderungen für die Weltgemeinschaft. Dabei umfasst Nachhaltigkeit weit mehr als den Klimaschutz – sie berücksichtigt gleichermaßen ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte.

Die Ziele nachhaltigen Handelns sind vielschichtig: Sie reichen von der Verbesserung von Ernährung, Gesundheit und Bildung weltweit bis hin zum Klimaschutz, der Sicherstellung sauberer Wasserressourcen und dem Zugang zu bezahlbarer, nachhaltiger Energie. Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit sollen Hand in Hand gehen, um gesellschaftliche Ungleichheiten zu verringern. Nachhaltige Entwicklung bedeutet letztlich Gerechtigkeit und Frieden für alle.

Nachhaltigkeit bei Neubau und Renovierungen von Kirchengebäuden

Die Neuapostolische Kirche Süddeutschland setzt bereits in vielen Bereichen auf nachhaltiges Handeln. Insbesondere im Kirchenbau gewinnt nachhaltige Planung angesichts von Baustoffknappheit und Inflation zunehmend an Bedeutung. Die Abteilung Bau/Unterhalt im Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum (VDZ) in Stuttgart-Degerloch verantwortet die Entwicklung, Planung, den Bau, Unterhalt und die Ausstattung aller betriebsbedingten Immobilien der Gebietskirche – dazu gehören Kirchengebäude, Büros und Begegnungsstätten.

Der Leiter der Abteilung Bau/Unterhalt, der Architekt Stephan Pfäffle, berichtet: „Kirchengebäude oder Gebäude mit religiöser Nutzung unterliegen nicht dem Gebäudeenergiegesetz (GEG). Dennoch orientiert sich die Gebietskirche bei größeren Baumaßnahmen an dessen Anforderungen, insbesondere in den Bereichen Wärmedämmung und Heizung.“ Zudem ist die Neuapostolische Kirche Süddeutschland Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. Bei der Ausschreibung von Planungsleistungen hat die Gebietskirche eigene Nachhaltigkeitskriterien zur Bewertung von Angeboten und Entwürfen entwickelt.

Nachhaltigkeit beginnt mit einem langfristigen Blick auf den Gebäudebestand und einer Betrachtung der zukünftigen Bedarfe. Für jeden Standort ist eine Standortkategorie (Betrachtung der Gemeinde, der Gebäude und des regionalen Umfelds) und daraus resultierend eine Objektstrategie festgelegt. Der Bedarf der Seelsorge wird mit den Zielsetzungen und Rahmenbedingungen der Immobilien abgeglichen. Das Resultat der Standortplanung ist die langfristige Immobilienplanung in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden Ressourcen (Finanzen, Personal). 

Bei Baumaßnahmen wird der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet – von der Errichtung bis hin zum Betrieb und Unterhalt.

Bereits bei der Planung neuer Kirchengebäude spielt die Standortwahl eine zentrale Rolle. Das Einzugsgebiet wird sorgfältig analysiert, um langfristig tragfähige Entscheidungen zu treffen und Fehlinvestitionen zu vermeiden. Energieeffizientes Bauen beginnt mit einer kompakten, flächenoptimierten und ressourcenschonenden Bauweise. Flexible Nutzungskonzepte gewährleisten zudem eine längere Nutzungsdauer der Gebäude und eine Reduzierung der sonst herzustellenden Nutzfläche für mehrere Räume.

Ob Neubau oder umfangreiche Sanierung – der Fokus liegt stets auf einer hochwertigen Gebäudehülle, die den Nutzungskomfort erhöht und Energiekosten senkt, berichtet Stephan Pfäffle. Bewusst gewählte Materialien wie Holz oder Klinker sorgen für eine lange Lebensdauer, während pflegeleichte Innenraum-Materialien den Wartungsaufwand reduzieren. Wo immer möglich, werden Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen eingesetzt oder bestehende Nah- und Fernwärmesysteme genutzt. Bei allen Baumaßnahmen wird zudem besonderer Wert auf die Zusammenarbeit mit regionalem Handwerk gelegt.

Zwei Projekte zeigen das nachhaltige Bauen der Kirche:

In Tuttlingen wurde beim Abriss des alten Kirchengebäudes das Abbruchmaterial vor Ort geschreddert und als Untergrund für den Neubau genutzt. Dies sparte Transport- und Entsorgungskosten und den Einsatz neuer Baustoffe. Die zweischalige Bauweise des neuen Kirchengebäudes ermöglicht hervorragende Wärmedämmung ohne zusätzliche Dämmstoffe. Eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe versorgen das Gebäude mit Strom und Wärme.

In München-Laim wurde im Oktober 2013 eine neue Kirche geweiht, die als Null-Energie-Gebäude konzipiert ist. Sie produziert im Laufe eines Jahres genau so viel Energie wie sie verbraucht. Dies wird durch eine hochgedämmte Gebäudehülle, kompakte Bauweise, eine Photovoltaikanlage, eine Grundwasser-Wärmepumpe und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erreicht.

Anregungen und Impulse für unsere Kirchengemeinden 

In folgenden einige Ideen für unsere Kirchengemeinden – hier gilt, dass jeder noch so kleine Beitrag ein hilfreiches Puzzlestück ist.

Regional erfreuen:

  • mit Blumen aus dem Garten schmücken
  • Blumen aus regionalen Gärtnereien oder aus fairem Handel verwenden
  • Präsente aus regionaler Produktion oder fairem Handel verschenken

Nachhaltig konsumieren

  • Papier mit dem „Blauen Engel“ verwenden
  • Gemeindeinfos auf Recyclingpapier drucken und zuvor die notwendige Auflage prüfen
  • beim Basteln umweltfreundliche Stifte, Klebstoffe oder Ordner verwenden, auf Recyclingfähigkeit achten

Klimafreundlich ankommen

  • Fahrgemeinschaften bilden
  • öffentliche Verkehrsmittel nutzen
  • mit dem Fahrrad fahren

Fair verpflegen

  • saisonale und regionale Produkte verwenden
  • Fleisch aus artgerechter Haltung kaufen
  • Kaffee, Tee oder Schokolade aus fairem Handel kaufen
  • Wasser aus dem Hahn zu Trinken nutzen

Sorgsam handeln:

  • Müll trennen, möglichst auch kompostieren
  • ökologische Reinigungs- und Waschmittel einsetzen
  • Mehrweggeschirr verwenden

Fotos: Adobe Stock, NAK Süd, Muffler Architekten BDA/DWB

Kontakt

Bitte füllen Sie das Feld aus
Bitte füllen Sie das Feld aus
Bitte füllen Sie das Feld aus

* Pflichtfeld

Nachricht senden

Vielen Dank für Ihre Nachricht!

Wir werden Ihre Anfrage in Kürze bearbeiten und uns bei Ihnen unter den angegebenen Kontaktdaten melden.

Ihr Kommunikationsteam der
Neuapostolischen Kirche Süddeutschland K.d.ö.R.