Emil Fischer widmete mehr als 50 Jahre seines Lebens der Kirche und der Gemeinschaft, davon 25 Jahre in der besonderen Verantwortung als Apostel im Bereich Heilbronn. Doch sein Wirken erstreckte sich nicht nur auf Süddeutschland, sondern auch auf Westafrika, wo er unter anderem in Sierra Leone und Guinea tätig war. Zusätzlich betreute er Gemeinden in anderen europäischen Ländern, darunter auch in der Ukraine.
Seine warmherzige, väterliche Art und seine Fähigkeit, wertvolle Ratschläge zu geben, wurden von vielen geschätzt. Emil Fischer verkündete das Evangelium mit großer Überzeugung und einer ansprechenden Art, die Menschen berührte.
Für seine Mitapostel war Emil Fischer ein wahrer Freund und für die Bezirksapostel, unter denen er wirken durfte, stets eine verlässliche Stütze. In einem Gottesdienst würdigte ihn Stammapostel Richard Fehr daher einmal als „Säule im Kreis der Apostel“.
Ein Leben im Glauben
Emil Fischer wurde am 25. März 1929 in Stuttgart geboren. Seine Großmutter war es, die die Familie mit der Neuapostolischen Kirche bekannt machte und ihm ein frühes Vorbild im Glauben war. Im Oktober 1931 wurde Emil Fischer in Stuttgart getauft und konnte später die Gabe Heiligen Geistes empfangen. Er betonte selbst, wie sehr ihn die christlichen Werte, die ihm von klein auf vermittelt wurden, durch schwierige Zeiten getragen haben – besonders in den Jahren des Zweiten Weltkriegs.
Ein Schlüsselerlebnis seines Glaubens war seine erste Teilnahme an einer Chorprobe im Mai 1945. Diese Erfahrung verband er mit einem besonders freudigen Moment: Als er nach der Probe nach Hause zurückkehrte, fand er seinen Vater aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt vor.
Bereits mit 19 Jahren übernahm Emil Fischer Verantwortung in der Kirche, als er zum Diakon ordiniert wurde. In demselben Gottesdienst wurde sein Vater zum Priester berufen, was die enge Beziehung der beiden im Glauben weiter vertiefte. 1950 wurde Emil Fischer selbst Priester, und 1973 erhielt er durch Stammapostel Walter Schmidt das Apostelamt.
Neben seinem geistlichen Engagement war Emil Fischer auch ein Familienmensch. 1953 heiratete er seine Jugendliebe Ruth Schüle, mit der er drei Kinder bekam. Seine Frau war über fast 70 Jahre eine treue Begleiterin an seiner Seite, bis zu ihrem Tod im Januar 2023.
Abschied und Vermächtnis
Am 29. November 1998 wurde Emil Fischer in den Ruhestand verabschiedet. Bezirksapostel Klaus Saur hob damals seine Vorbildfunktion hervor, die weit über seine Amtszeit hinaus strahlte. Apostel Fischer selbst betrachtete seinen Glauben als größtes Geschenk und hielt bis zuletzt an der Überzeugung fest, „aus Gnaden erwählt“ zu sein.
Am 8. November 2024 ist Emil Fischer im Alter von 95 Jahren verstorben. Die Trauerfeier findet am Samstag, dem 30. November 2024, um 11:00 Uhr in der Kirche Heilbronn-Pfühl, Pfühlstraße 6, statt. Den Gottesdienst wird Bezirksapostel Michael Ehrich durchführen.
Emil Fischer hinterlässt ein bleibendes Vermächtnis an Glaube, Hingabe und Menschlichkeit, das in den Herzen vieler weiterlebt.
Fotos:
Portrait Apostel Emil Fischer - © NAK International
Silberhochzeit Ehepaar Fischer, Apostel Fischer in Österreich, Ruhesetzung Apostel Fischer - © Verlag Friedrich Bischoff GmbH, Neu-Isenburg
Apostel Fischer in Guinea - © unbekannt (Archiv)