18.11.2024

Buß- und Bettag – Gott allein schenkt Vergebung

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Sünde – das bedeutet Abwendung von Gott und steht gegen Gottes Willen und Wesen. Vergebung der Sünde kann allein Gott gewähren. Das wusste bereits der Psalmsänger im Alten Bund: Wenn Gott die Sünde anrechnen würde, wer könnte da bestehen? Dieses Wort steht im Mittelpunkt des diesjährigen Gottesdienstes zum Buß- und Bettag.

Buß- und Bettag ist ein Feiertag im 19. Jahrhundert in meist protestantisch geprägten Gebieten der damaligen deutschen Länder. Man legte einen Tag im November, den Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag (zwischen dem 16. und 22. November) als Buß- und Bettag fest. Die Tradition, Festtage zur Buße abzuhalten, geht bis auf das Alte Testament zurück: Man weiß von einem Bußtag, den die Niniviten - auf die Umkehrpredigt des Propheten Jona hin - ausriefen (Jon 3,4-10). Umkehr, Buße und Reue stehen seit der Reformationszeit im Mittelpunkt der theologischen Überlegungen. Auf Martin Luther geht die Auffassung zurück, dass Buße eine der Hauptaufgaben des Christen sei.

Martin Luther ist es auch, der die Tradition der Bußpsalmen aufnimmt: Schon in der Antike fasste man sechs thematisch verwandte Psalmen unter dem Begriff Bußpsalmen zusammen, Luther übersetzte diese Psalmen mit der ihm eigenen Sprachmächtigkeit. Auch Psalm 130, nach den lateinischen Anfangsworten De profundis („aus den Tiefen“) genannt und oft vertont in der Musikgeschichte, fällt unter die Bußpsalmen.

Der Psalm beginnt mit der Schilderung der misslichen Lage des Psalmisten: Er wendet sich „aus der Tiefe“ an Gott in der Hoffnung auf Rettung. Tiefe kann wörtlich genommen und mit der Vorstellung eines Verlieses verknüpft werden. Im Geistigen steht Tiefe für die Gottferne, in die der Beter durch die Sünde geraten ist. Ursprünglich bedeutet das hebräische Wort für Sünde: „die Verfehlung eines Zieles“, im geistigen Sinne Verfehlung gegen Gott (1Mo 13,13).

Dem Psalmbeter ist bewusst, dass der Mensch vor Gott nicht bestehen kann, wenn Gott die Sünde anrechnen würde: „Wenn du, Herr, Sünden anrechnen willst – Herr, wer wird bestehen?“ (Ps 130,3). Seine ganze Hoffnung ruht auf der Gnade Gottes. Der dunklen Tiefe, in der sich der Beter am Anfang des Psalmen befindet, steht die aufleuchtende Sonne des Morgens als Bild der vergebenden Gnade Gottes entgegen – wie der Wächter auf der Stadtmauer, der bangend und hoffend auf die Morgensonne wartet, die alle Dunkelheit vertreibt, wartet der Psalmbeter auf die Vergebung seiner Sünden durch Gott. Gnade und Erlösung gibt es nur bei Gott! (Psalm 130,7).

In der Gebietskirche Süddeutschland wird der Buß- und Bettag in den Kirchengemeinden am Mittwoch, 20. November 2024 gefeiert. Das den Gottesdiensten als Grundlage dienende Bibelwort ist Psalm 130,3.

Foto: Adobe Stock

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