Begleitet wurde der Stammapostel von Bezirksapostel Michael Ehrich sowie allen aktiven Aposteln und Bischöfen aus Süddeutschland. Zusätzlich eingeladen waren zahlreiche Gastapostel: Bezirksapostel Stefan Pöschel (Westdeutschland), Bezirksapostel Kububa Soko (Sambia), Apostel Anatolij Budnyk (Ukraine), Apostel David Heynes (Großbritannien), Apostel Matthias Pfützner (Österreich) sowie Apostel Thorsten Zisowski (Westdeutschland). Der Gottesdienst wurde per Internet in den gesamten Arbeitsbereich von Bezirksapostel Michael Ehrich übertragen.
Ein ganz konkreter Gottesdienst
Der Stammapostel legte dem Gottesdienst ein Wort aus Galater 6, Vers 2 zu Grunde: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Es gehe in diesem Wort um die Liebe unter den Geschwistern. Denn das Gesetz Christi sei das Gesetz der Liebe. Und obwohl dieser Gottesdienst in viele Gemeinden in unterschiedlichen Ländern übertragen werde, sei dies ein Gottesdienst für „deine und meine Gemeinde“.
Der Stammapostel betonte, dass er mit diesem Gottesdienst ganz konkrete Denkanstöße für die Gemeinden geben möchte. In seiner Predigt unterschied er verschiedene Lasten, die bedrücken könnten:
- Die Last der Ungerechtigkeit, der Sorge, der Krankheit
- Die Last der Sünde und Unvollkommenheit
- Die Last des Gesetzes
- Die Last des Einssein
Und führte im Anschluss ganz konkret aus, wie wir andern helfen können, diese Lasten zu tragen:
- Anteil nehmen und beten
- Wärme und Nähe spüren lassen
- Die Last nicht erschweren, indem wir damit „prahlen“, was wir selbst haben
- Nicht anklagen, keine Vorwürfe machen
- Dem anderen zeigen: „Du bist mir so viel wert wie alle anderen in der Gemeinde.“
- Verschiedenheit akzeptieren, nicht von anderen erwarten, „dass sie so sind wie wir“
- Gut über die Gemeinde sprechen
- Dafür sorgen, dass jeder sich in der Gemeinde wohlfühlt – auch die Altersgruppe, die wenig vertreten ist
Last in Afrika – und Hilfe aus Europa
Bezirksapostel Kububa Soko aus Sambia verglich in seinem Mitdienen das Leben in Europa und in Afrika – und die damit verbundenen Lasten. Er sei sicher, dass es auch Lasten in Europa gebe, aber in Afrika seien sie grundlegender: Armut und Hunger, viele Nöte würden dort herrschen, die sich auch auf das Heil der Seele auswirken können. Die Geschwister in Europa trügen die Last Afrikas mit. Er wisse, dass sie das auf vielfältige Art und Weise machen würden, wie zum Beispiel durch die Hilfsorganisationen, die die Kirche habe.
Apostel Matthias Pfützner aus Österreich schloss direkt an diese Ausführungen an. Er selbst habe auf einer Reise in Afrika erfahren, dass er die Last anderer nicht immer abnehmen könne. Er sei zum Beispiel schlicht nicht in der Lage, ein Holzbündel mit 60-70 Kilogramm Gewicht auf weiten Strecken zu tragen, das sei aber für einige Frauen in Afrika Alltag. Das Tragen sei nicht die Hilfe, die er leiste könne. Dafür könne er aber anders helfen. Zum Beispiel, indem er nachfrage: „Was belastet dich? Was ist deine Sorge?“ Er rief die Geschwister dazu auf: „Schau hin, frag nach, fühl mit und dann hilf nach deinen Möglichkeiten. Vielleicht bist du nicht dafür geschaffen, das Packerl des anderen zu tragen, aber du kannst auf andere Weise helfen. Tu es.“
Aus der Gemeinde, für die Gemeinde
In diesem Gottesdienst verabschiedete der Stammapostel den Apostel Hans-Jürgen Bauer in den Ruhestand. Er diente mehr als 40 Jahre als Amtsträger, davon 16 Jahre als Apostel. Apostel Bauer war für den Apostelbereich Ulm sowie zahlreiche Länder in West- und Ostafrika zuständig. In seiner Ansprache vor der Ruhesetzung dankte der Stammapostel dem Apostel für sein Wirken: „Du hast dem Herrn dein ganzes Herz gegeben und hast von ganzem Herzen gedient. Und das hat man gesehen.“
Als seinen Nachfolger ordinierte er Bischof Volker Keck zum Apostel. Er gab ihm mit auf den Weg: „Apostel gibt es nur aus einem einzigen Grund: Dienen. Dem Herrn und der Gemeinde dienen.“ Mit dem Amt des Apostels sei er aus der Gemeinde herausgenommen und für die Gemeinde eingesetzt. Er sei damit ein Vorbild. Ein Apostel sei jedoch kein Übermensch. Er erlebe all das, was die anderen in der Gemeinde auch erleben und sei auf die Hilfe der Geschwister angewiesen. Mit seiner Ordination zum Apostel werde er auch Mitglied des Vorstands der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland. Weil er aus der Gemeinde komme und für die Gemeinde eingesetzt sei, werde damit gewährleistet: Alles geschieht im Sinne der Gemeinde.
Der Gottesdienst wurde musikalisch von verschiedenen Ensembles umrahmt: Bezirks-Chor, Bezirks-Orchester, Bezirks-Jugendchor und Bezirks-Kinderchor begleiteten den Gottesdienst mit ihren Darbietungen. Den Schlusspunkt setzte ein gemeinsames, musikalisches Stück, speziell für Apostel Bauer: „Herr, mein Leben, es sei dein“.
Fotos: Jürgen Neubig, Philip Weißenhorner