15.05.2024

Sprachwunder und Petruspredigt am Pfingstfest

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Geist Gottes – die ursprünglich in Hebräisch verfassten Worte lassen sich auch als Gotteswind übersetzen. Dass Geist und Wind verwandt sind, lässt sich am Pfingstgeschehen ablesen, als ein gewaltiger Sturm über die Versammelten in Jerusalem hereinbrach. Das Kommen des Heiligen Geistes hatte Auswirkungen auf die versammelte Christengemeinde.

Das erste Pfingstfest

Die Apostelgeschichte des Lukas berichtet über die Ausgießung des Heiligen Geistes am ersten Pfingstfest, dem Gründungsdatum der Urgemeinde in Jerusalem. Was bedeutet Pfingsten? Fünfzig Tage nach Ostern steht das Wochenfest, Schawuot, im jüdischen Festkalender. Dieses Fest wird in der apokryphen Literatur, also den Schriften, die im Anhang zum Alten Testament stehen, auch Fünfzigtagefest (2Mak 12,32) und im Neuen Testament Pfingsten genannt (1Kor 16,8).

Schawuot ist eines der drei großen Feste des Judentums: An Ostern, das die Juden Pessach (= Passa in der Lutherbibel) nennen, gedenkt man des Auszuges des Volkes Israel aus Ägypten; an Sukkot, dem Laubhüttenfest, wird an das Wohnen in Laubhütten in der Wüste erinnert; Schawuot ist sodann das Erntefest des Frühjahrs, an dem Gott für die Ernte und an die Übergabe der Zehn Gebote am Sinai gedankt wird. Alle drei Feste sind Wallfahrtsfeste, an denen die Juden aus der gesamten damals bekannten Welt nach Jerusalem reisen. An Pfingsten (Schawuot) ist die Stadt Jerusalem ebenfalls voller Pilger.

Fünfzig Tage nach Ostern

In Jerusalem kommen also fünfzig Tage nach Ostern und zehn Tage nach der Himmelfahrt Jesu die Gläubigen zusammen. Die Anzahl der fünfzig Tage von Ostern bis Pfingsten ist der Ursprung des Wortes „Pfingsten“: Aus griechisch pentekoste (= der fünfzigste Tag [nach Ostern]) wird im Laufe der Jahrhunderte das deutsche Wort Pfingsten. Die noch kleine Christengemeinde – darunter Maria, die Mutter Jesu, die elf Apostel und der neu gewählte Apostel Matthias – ist in einem Haus versammelt. Da wird das Gebäude von einem Brausen und einem starken Wind erfüllt. Feuerzungen, Zeichen des Heiligen Geistes, kommen auf die Versammelten, sie werden vom Heiligen Geist erfüllt und sprechen in Sprachen, die ihnen der Geist eingibt.

Sprachwunder und Petruspredigt

Neugierig laufen die Festpilger zusammen. Sie hören die vom Heiligen Geist erfüllten Gläubigen in jeweils ihrer eigenen Sprache sprechen; sie hören also fremde Menschen in ihrer, der Pilger Muttersprache reden. Die Menschen sind derart verblüfft, dass mancher denkt, die im Haus versammelten Gläubigen hätten bereits am Morgen Wein genossen. Trunkenheit ist es aber nicht – so Apostel Petrus, der als Sprecher des Apostelkreises das Wort ergreift. Er hält eine Predigt, in der er das Geschehen durch Weissagungen des Propheten Joel deutet. Joel, einer der zwölf kleinen Propheten des Alten Testaments, hatte seinerzeit vorhergesagt, dass Gott seinen Geist ausgießen will „über alles Fleisch“ und dass die Menschen weissagen sollen (Joel 3,1). Petrus sieht diese Prophezeiung aus alter Zeit an Pfingsten erfüllt: Gottes Geist kommt über die Christen in Jerusalem, die in fremden Sprachen weissagen. Der Apostel stellt den versammelten Zuhörern in seiner Predigt den auferstandenen Jesus Christus vor Augen - Christus, den man gekreuzigt hatte, der aber von Gott auferweckt wurde (Apg 2,14-36). Auf die Predigt des Petrus hin ließen sich 3000 Menschen taufen – die kleine Christengemeinde in Jerusalem, voller Hochachtung „Urgemeinde“ genannt, wächst!

Den diesjährigen Pfingstgottesdienst führt Stammapostel Jean-Luc Schneider am Pfingstsonntag, 19. Mai 2024, 10 Uhr, in Luzern (Schweiz) durch. Der Gottesdienst wird europaweit in zahlreiche Kirchengemeinden übertragen.

Foto: Adobe Stock

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